Teil eines Werkes 
15 (1843)
Einzelbild herunterladen

508

der General ſich bei dieſen Worten wandte gegen den Wald, war der junge Korſe verſchwunden, und unwillig beſtieg er mit ſeiner Begleitung den Bergpfad und ver⸗ lor ſich bald im Dunkel der ſtarken, hochgewachſenen Buchsbäume.

An demſelben Tage ſaß im Schloſſe auf der Höhe am Ornano im Geheimzimmer die alte Baronin mi den Blutsvettern Prosper und Luciano im ernſten Geſpräch über die Angelegenheiten des Landes und der Familie. Von Frankreich vorausgeſandte Geheimboten hatten auch in den Schlöſſern und Edelhöfen die Rachricht des beab⸗ ſichtigten Einmarſches des franzöſiſchen Heeres verbreitet, und die herviſche Edelfrau verabredete die Bewaffnung ihrer Angehörigen mit den Hausfreunden. Der ferne, dumpfe Klang des Hornes am untern Thore unterbrach die Berathung, und Luciano näherte ſich bereits der Außenthüre, um nach den Gäſten zu forſchen, welche der Hornruf angeſagt, da öffnete ſich ein verſtecktes Seiten⸗ pförtlein, das mit der Wendelſtiege zu einem Thurme in Verbindung ſtand, und mit Schreckensgeberden und unſiche⸗ ren, beſchleunigten Tritten flüchteten zwei Frauenzimmer in das Gemach herab. Es waren Eugenie und Vanina.

Die Letztere warf ſich athemlos in der erſtaunten Mutter Arme, und ſchien kaum vermögend zu ſeyn, aus der keuchenden Bruſt das Angſtgeſchrei: Schutz, meine Mutter! Rettung um der Himmelskönigin willen! Der Würger naht! hervorzupreſſen. Eilet, vor ihm die Thüren zu verſchließen, ſetzte die bebende Eugenie hinzu. Es iſt, wie ſie ſagt. Der entſetzliche Baſtelika ritt in Hof. O wer, der ihn einmal geſehen, könnte den Gräß⸗ lichen verwechſeln; eilet zum Schirm, zur Abwehr, denn er ſteigt raſchen, kecken Fußes durch die Höfe herauf.

,