Teil eines Werkes 
15 (1843)
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mählen. Aber die Schlange entrinnt nicht zum zweiten Male meiner ſichern Fauſt. Was ſagte ich Euch, Fräu⸗ lein von Ornano, am Abende, wo Ihr vor dem Prieſter mir Gehorſam geſchworen? Wer es auch nur eine Mi⸗ nute mit Genua hält, iſt mein Todfeind und ich lechze nach ſeinem Leben. Betet ein Ave, Vanina! denn in wenigen Sekunden ſteht Ihr vor Gott!

Entſetzlich! Sampietro, Ihr könnt nicht, Ihr dürft nicht! Denkt an meinen Vater, meine Mutter, an den Himmel! Unſchuldiges Blut verliſcht nimmer an des Möͤrders Hand. Sie war vom Seſſel in die Kniee ge⸗ ſunken und umklammerte ſeine Hüften. Er winkte dem Schwarzen, und eine Seidenſchnur in der Hand näherte ſich das Geſpenſt ſcheu und langſam.

Es kann Euer Ernſt nicht ſeyn! wimmerte die ge⸗ quälte Frau vom Boden zu ihm empor. Die Helden⸗ hand kann ſich nimmer mit Frauenmord beflecken. Aber Ihr ſtraft den erſten Ungehorſam, den des Vaters Be⸗ fehl entſchuldigt, ſchon ungeheuer durch dieſe Martern. Sampietro, höret auf oder ich erliege, und Ihr beweinet vergebens das Herz, welches Ihr gebrochen.

Baſtelika griff ſie auf von der Erde und warf ſie roh in den Lehnſeſſel zurück. Sein drohender Wink brachte den Neger näher heran, und Vanina blickte verzweifelnd in des Schwarzen rollende, geſpenſtiſche Augen.

Wäre es gebrochen, ehe es mich beſchimpft! tobte der General und ſetzte ſpöttiſch hinzu: Sampietro's Thränen gehörten zu den Wundern! Knaben weinen, nicht Män⸗ ner, und Sampietro könnte nur weinen in Wuth, wenn er zu ſchwach geworden, eine Schmach zu rächen. Weib! ſo wahr es droben donnert, ſo gewiß iſt Dein Ende! Die Unglückliche ſank erſchlafft an Leib und Seele