Teil eines Werkes 
15 (1843)
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in mein Gedächtniß gegoſſen, gleich einem zerſtörenden

Lavaſtrom? Trägt die verlaſſene, verwaiste Vanina nicht

genug an der Gegenwart? Iſt es edel von Euch, auch eine Vergangenheit gegen ſie zu hetzen, welche älter iſt als Vanina's erſter Kinderſchrei?

Bei dem Schwerte des heiligen Petrus, das er zur Vertheidigung unſeres Herrn erhob, Ihr ſeyd nicht ver⸗ waist, nicht verlaſſen, wenn Ihr nur wollet! rief Luciano mit hoher Wallung. Mein Leben gehört Euer, bis es verloſchen; iſt es doch werthlos, darf ich es nicht in Va⸗ nina's Dienſt verwenden. Ich beſchwöre Euch, fliehet dieſen Mann; benutzt den freien Augenblick, da er noch nicht wieder an Eurer Seite ſteht! Flüchtet nach der Inſel in die Arme der Mutter zurück. Ich will Euch mit einer Legion ſolch getreuer geſtählter Herzen umſtellen, daß dieſer Wilde und wenn er ſich durch Höllenkunſt verhun⸗ dertfachte, nicht zu Euch herandringen ſoll! Bei allen Heiligen beſchwöre ich Euch, ſtoßet das treueſte Gemüth nicht von Euch!

Je mehr ſich der Jüngling zu erhitzen ſchien, je küh⸗ ler und beſonnener wurde ſeine Dame. Iſt mein Ge⸗ mahl nicht rein von Schuld, ſagte ſie, ſo berechtigt mich ſolches nicht, auch meine Seele mit Schuld zu beflecken. Und welches irdiſche Gericht könnte den Mann verdam⸗ men über Thaten, die der unbeſonnene Knabe begangen? Hättet Ihr mich je wahrhaft geliebt, Luciano, wie ver⸗ moͤchtet Ihr's, dieſe Grauen in meine Erinnerung zu werfen, wie vermöchtet Ihr dann, mir zu rathen, als eine ehrloſe, pflichtvergeſſene Flüchtingin die Welt zu durchſtreichen? Komme, was der Himmel ſeinem ſündi⸗ gen Geſchöpfe als Prüfung zu ſenden geſonnen, werde ſelbſt mein Leben befährdet, Vanina wird nimmermehr