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Bruder zur Rede über ſeinen Vorſatz, ſchimpfte ihn einen Ehrloſen, einen feigen Knecht. Die Knaben holten ſich des Vaters Waffen, Sampietro fiel trotz des War⸗ nungsrufes der herbeiſpringenden Amme zuerſt den Bru⸗ der an wie ein wüthendes Raubthier, und wenige Au⸗ genblicke ſpäter lag der jüngere Baſtelika ſterbend, durch⸗ ſtochen von einem Kain, in dem Schooße der ſchreienden Pflegerin. Habt Ihr nie den fehlenden Finger an Sam⸗ pietro's Hand bemerkt, Muhme? Es iſt ein Moͤrderzei⸗ chen, eine ewige Erinnerung an jene Blutthat; in der Nothwehr ſchnitt des Bruders Klinge das Glied von der verbrecheriſchen Hand. Sahet Ihr aber auch die breite feuerrothe Streifnarbe an Sampietro's Schläfe? Der Vater ſchoß in der Verzweiflungswuth aus dem Fenſter nach dem Brudermörder, und die Kugel der vä⸗ terlichen Büchſe zeichnete auch da den geächteten Sohn. Sampietro floh über das Meer, die Mutter ſtarb vor Schreck, der kinderloſe Vater folgte ihr bald in's Grab, und nur die alte Amme bewahrt die ſchauerliche Mähr, und ſpricht in ihren Träumereien gar oft davon, ſeitdem der verbrecheriſche Mann ſich nicht ſcheute, den Schau⸗ platz ſeiner Unthaten wiederum zu betreten.
Vanina hatte unbeweglich und ſchweigend dem Er⸗ zähler zugehört, nur das Wogen ihrer hohen Bruſt ver⸗ kündete ihre innere Bewegung. Als aber Eugenie bei dem Schluſſe einen Ruf des Abſcheues hoͤren ließ, ſchlug ſie die hellen Augen auf gegen Kaſakoni, blickte ihn ſireng an und fragte: Und warum dieſe Erzählung mir und jetzt, da ſie hätte zu Grabe gehen ſollen mit jenem morſchen Gehirn, welches ſie vielleicht durch Geiſtesſchwäche entſtellt und lügenhaft an's Licht gebracht? und warum wurde dieſe Sage von Euch, der mich zu lieben vorgab,


