worden. Und das bringt mich zum Wahnſinn, ſehe ich ſchaudernd den glühenden Krater unter Euch und eine wilde Höllenhand über Eurem lieben Haupte.
Ihr ſeyd ein unmenſchlicher Quälgeiſt, Vetter, und es iſt nicht ritterlich, Frauen zu ängſtigen. Was wiſſet Ihr, Vetter? Was bedrohet uns von Sampietro? fragte Eugenie geſpannt und neugierig.— Die Stimme des Jünglings ward dumpf und eintönig, er richtete ſeine Erzählung an die Franzöſin, aber ſeine funkelnden Au⸗ gen hafteten auf der Geliebten. Es iſt eine grauſe Mähr, ſagte er, welche ich hörte von dem Munde einer achtzig⸗ jährigen Greiſin, die tief in unſern Bergen lebt, die ſchon halb dem Jenſeits angehört, und darum die blei⸗ chen Lippen nicht mit einer Lüge beflecken möchte. Sie lebte einſt im Hauſe des Baſtelika's als Amme ſeines jüngern Bruders. Auf der Jagd traf ich ſie am Herde ihrer Hütte, und mein Brief an Vanina enthielt, was ich dort erfahren. Sampietro war ſchon als Knabe ein wüſter, unbändiger Burſche, gefürchtet von Allen, von Niemanden geliebt. Unter den Landleuten, mit denen er ſich herumtrieb, lernte er raufen und fluchen und nahm ihre rohen Sitten an. Flüche auf Genua wurden ihm Lieblingsſprüche, bis ein Milizentrupp ihn dafür ſo nachdrücklich abſtrafte, daß er den Eltern für halbtodt auf den Hof getragen wurde. Sein jüngerer Bruder, ein zarter, häuslicher Burſche, der Eltern Liebling, folgte dem Vater oft nach Aleria, wenn Solcher dort Geſchäfte hatte. Das thätige, einträgliche Leben des Handels in der Küſtenſtadt geſiel dem Knaben, und er bat den Va⸗ ter, ihn nach Genua zu einem Verwandten zu ſenden, um dort die Kaufmannſchaft im Großen zu erlernen. Sampietro, damals kaum fünfzehn Jahr alt, ſtellte den
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