Teil eines Werkes 
15 (1843)
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und Schutz, allein und verwaist unter fremden Män⸗ nern, in der Obhut dieſes Maleſpina, deſſen ſcharfes, ſich ſo keck einbohrendes Auge, deſſen lauernde, immer miß⸗ trauiſche, verſchmitzte Geſichtszüge ihr ſchon im Schloſſe Ornano keine Zuneigung abzugewinnen vermocht hatten! Aber ſie war auch fromm genug, frömmer vielleicht als irgend eine Tochter jener Zeit; und iſt die echte Reli⸗ gioſität überall die beſte Stütze des Weibes, welche das Weib ſtark macht, ſtärker als den Mann in den Orka⸗

nen einer aufgewühlten Menſchenwelt, ſo wurde ſie in

Vanina's unentweihter Seele ein Cherubin, gerade vom Himmel ihr geſendet, dem ſie im unerſchütterlichſten Vertrauen ſich und ihr Schickſal hingab. Was kam, was ſie traf, war von Gott geſandt: dagegen murren hieß ihr Läſterung, es zu tragen Pflicht; und wenn auch Antonia's Brief ihrem Herzen eine Wunde geſchlagen, deren Schmerz ſie nicht durch Gebet und Vorſatz zu til⸗ gen vermochte, wenn auch des alten Joſepho's ſchwer⸗ müthiger Blick und die ehrfurchtsvolle, gramkündende Stille der jungen Bergkorſen ſie an den eingekerkerten Vater erinnerte: ihre Faſſung wuchs mit jeder zurückge⸗ legten Stunde; ſie zeigte nicht Thräne, nicht Klage. Gott war ihr Troſt, die reine Himmelskönigin mußte ſie ſchirmen, war ſie doch ihrer Gnade werth; ſchuld⸗ los und dieſer Gnade werth zu bleiben ihr inbrünſtiges Gelöbniß.

Das Schiff landete zu Marſeille. Eugenie begrüßte frohlockend die vaterländiſche Küſte, das Fort St. Jean, das Fort Nicolas und die herrliche Kathedrale St. La⸗ zare; doch Vanina zeigte keine Verwunderung, ſelbſt als ſie über den volksreichen Place Kaſtelanne zogen, keine Reugier; ihre Seele war daheim bei den Lieben, und

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