Teil eines Werkes 
15 (1843)
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vertraulichen Anfragen, und ſtarrte wortarm vom Ver⸗ deck in die Flut, unerregt durch die Neuheit der Gegen⸗ ſtände. Es war ein Kampf in ihrem Innerſten, den die ſchöne Dulderin aber allein durchzukämpfen verſuchte, ſo ſchwer es ihr werden mochte. Wunderbare Erſchei⸗ nung, Zeugin eines höheren Geiſterreiches, wo nichts Irdiſches gilt, daß die Schwäche gerade aus ſolchen Kämpfen am glorreichſten hervorgeht! Vanina hatte nie ihre Heimath verlaſſen, war nie vom Herzen ihrer Mutter gewichen bis jetzt, und wenn auch in ſtrenger Sitte erzogen, hatte elterliche Liebe alle ihre beſcheide⸗ nen Wünſche befriedigt. Sie wußte kaum, daß ſie einen Willen gehabt, denn ſie war in ihrer Zufriedenheit nie genöthigt geweſen, ihn zu erproben. Vater und Mut⸗ ter galten ihr als das Höchſte hienieden; ſie hatte ſich niemals gedacht, wie ein Leben ohne dieſelben möglich ſey. Welche Erſchütterungen mußten deßhalb die jüng⸗ ſten Erlebniſſe in einem ſolchen Gemüth hervorrufen? Ein Anderer, ein Fremder, ein ſtrenger Mann hatte ſich zwiſchen ſie und die Eltern eingedrängt, und dieſe hatten ihm alle ihre Rechte abgetreten. Erſchien er auch in der kurzen Woche ihres Zuſammenlebens nicht rauh, hart oder herzlos, ja behandelte er die Gattin ſelbſt mit einer beſondern Ehrerbietung, ſo vermißte ſie doch Man⸗ ches an ihm, was ihre Träume, und wo wäre ein Mädchen in der Welt, das nicht ſeine Zukunft voraus durchträumt hätte, ihr von einem ſolchen Verhältniſſe vorgeſchwatzt, Manches, was ſie dem Liebesleben ihrer verheiratheten Freundinnen abgelauſcht. Und jetzt ſie, vor wenigen Tagen noch die zarte, furchtſame Jungfrau, hinausgeſtoßen in die unbekannte Fremde, nicht Vater, nicht Mutter, nicht Gemahl an ihrer Seite zu Rath