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dem Blatte. Eine feine Roſenglut legte ſich auf Vanina's Antlitz, ihre zarte Hand zitterte, als ſie den Brief von der haſchenden Hand der Freundin entfernte. Dann erhob ſie ſich mit Kraft und ſprach: Sage dem Brieffteller, Sampietro's Ehefrau leſe nur, was ihr Gemahl geſchrie⸗ ben! und raſch riß ſie den Brief in Fetzen, die der Wind aufnahm und in die Gebüſche zerſtreute. Die Stimmen der Männer riefen vom Boote her, mit feſten Schritten folgte Vanina ſogleich dem Rufe; doch als Antonia's Stimme hinter ihr klagte: Ihr verzeihet nicht? Grau⸗ ſamer noch als Eure Mutter, laſſet Ihr die treueſte Die⸗ nerin ohne Abſchied? da ſtand ſie ſtill und reichte dem Mädchen die Hand zum Kuſſe. Ein feuchter Nebel ſchien ihre Blicke zu trüben, ſie neigte ſich zu der Weinenden; doch als dieſe halblaut ſagte: Und für ihn nicht Ein einziges Wort? machte ſie ſich los, und ging raſch mit der kopfſchüttelnden Freundin zum Ufer hinunter. Die Segel blähten ſich und die Kette ward gelöst, laut klatſchten die Ruder in die blanken Wellen, und vom Steuer in die rechte Richtung geſtellt, flog es über die krauſe Bahn dahin, wo fern das große Schiff zögernd auf dem Waſſerſpiegel ſchwebte. Weinend lag die kleine Korſin am Ufer auf den Knieen, aber Vanina's Auge kehrte ſich nicht nach ihr und der heimathlichen Küſte zurück.
Die Fahrt der Flüchtlinge nach Frankreich war glück⸗ lich, obgleich ſie eines kurzen Sturmes wegen bei den kleinen Inſeln Toulon gegenüber Schutz ſuchen mußten; aber eine triſte Stimmung herrſchte in der Schiffscom⸗ pagnie, denn Jeder ehrte die ſichtliche Niedergeſchlagen⸗ heit der Herrſchaften. Verſchloſſener als je ſchien die ſchöne Vanina, mehr wie je entzog ſie ſich Eugeniens


