unter der Aufſicht der beiden Edelleute, die in der Nacht vom Schloſſe an's Ufer gebrachte Bagage an Bord zu bringen, und dann der Verabredung gemäß dem fran⸗ zöſiſchen Kauffahrer nachzurudern.
Der Abſchied war überſtanden, doch die bleichen Wan⸗ gen, die trüben Augen der beiden Damen erzählten von ſeinen Nachwehen, und ſelbſt die leichtfertige Eugenie ſchaute ſtumm und ſinnend in die Nebel, welche hie und da noch auf dem wogenden Meere braueten. Sie ſaßen am Fuße eines uralten, zerfallenen Thurmes, einſt als Lärmwarte bei den Einfällen ſaraceniſcher Seeräuber ge⸗ braucht, jetzt denen durch Nachtwache und Frühritt er⸗ ſchöpften Frauen zum Schirm gegen den ſcharfen Seewind dienend. Ein Geräuſch im Gebüſche des Felſenpfades zog Vanina's Augen zur Seite: verwundert ſah ſie ein Weib in der niedern Landestracht heraneilen, ſchon lag es zu ihren Füßen und hatte, ehe ſie es hindern konnte, ihre Hand ergriffen und mit heißen Küſſen bedeckt.
Antonia! Unverſchämte! Du wagſt es? rief Vanina zürnend, als ſie das Weib erkannt, und entzog ihr mit Heftigkeit die Hand, ſtand auf vom bemoosten Trüm⸗ merhaufen, und trat einen Schritt zurück von der Ver⸗ wegenen.
Andrea erzählte in dieſer Nacht zu Forzolo von eurer Abreiſe, ſtammelte das Mädchen, und da durfte mich nichts hindern. Ich mußte mein Fräulein noch einmal ſehen, mußte ihr meine Unſchuld betheuern.
Zehn Augen ſahen Deine Schuld!— Bei der Mutter der Gnaden, dennoch ſchuldlos wie Euer frömmſtes Lamm, und beſtraft um Euretwillen. Eugenie horchte auf. O die Signora iſt eine ſtrenge Frau; die Strafe war grauſam, mich fortzuſtoßen von meinem Fräulein, mit dem ich auf⸗
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