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gedankenvoll, aber der Rückzug blieb jetzt unausführbar, und er vertrauete dem Geleitsbriefe. Am andern Tage geleitete man uns in die Citadelle zum Gouvernements⸗ palaſte. Auch hier war Alles voll Pomp und ausgeſtellter Pracht. Kriegsmuſik betäubte die Ohren, begoldete Lakaien hielten die Treppe, glänzende Wappner die Gallerien be⸗ ſetzt. Man führte uns durch den Vorſaal, den die Ange⸗ ſehenſten der Stadt erfüllten; durch einen kurzen, engen Säulengang geht es von da zu dem Prunkzimmer, wo der Gubernatore und die Genueſer uns erwarteten. Alle Thüren ſtanden offen, wir ſahen die geſchmückten Herren ſitzen und ſich erheben, um uns entgegen zu treten. Euer edler Herr, hohe Frau, und mein General ſchritten voran; wir folgten in ehrerbietiger Entfernung. Da geſchah, was kaum glaublich, was uns mit Entſetzen erfüllte. Die beiden Herren hatten eben jenen engen Durchgang betre⸗ ten, als ein ſeltſames Geräuſch uns ſtutzig machte. Wir blickten auf und ein Eiſengitter war vor ihnen, ein zwei⸗ tes hinter ihnen niedergefallen, und in einem Käfige ſahen wir die beiden edlen Führer von uns abgeſperrt.
Und Ihr ſtürztet nicht vor und brachet die Eiſenſtäbe? fragte heftig die Baronin.
Unſere Schwerter waren alle blank nach einer kurzen Pauſe des Staunens, aber rund um uns hatte ſich eine ſcharfe Hecke von Partiſanen geſenkt und der alte Herr gebot aus ſeinem Gitter ſelber Ruhe und warnte vor jeder Unbeſonnenheit. Dann zog er den Geleitsbrief hervor und fragte in würdiger Haltung nach der Urſache ſolcher feind⸗ ſeligen Behandlung. Wir hörten nur undeutlich, was jenſeits der treuloſe Genueſer antwortete. Es klang wie von Aufruhr im Innern der Inſel, wie von heimlichen Aufwieglern der Bergvölker, von der Allwiſſenheit des


