Teil eines Werkes 
15 (1843)
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frau feſt, indem ihre düſteren, tiefliegenden Augen die Geleitsmänner durchmuſterten, die ſich nach dem Haupt⸗ manne in das Zimmer drängten.

Schändlicher Verrath! Niederträchtigkeit ohne Glei⸗ chen, ſo lang die Berge ſtehen! Eine That, die alle Schwerter der Welt gegen dieſen wortbrüchigen Dogen und ſeine feigen Rathgeber aus den Scheiden rufen müßte! ſtieß Maleſpina hervor.

Mein Vater mein Gatte ſie ſind ermordet? kreiſchte Vanina. Nicht ermordet, aber gefangen, trotz Briefes und Schwures gefangen! fiel ſchnell der Haupt⸗ mann ein, und Vanina ſank mit einem ſchweren Athem⸗ zuge in die Kniee an der Mutter Seite, welche ſich bei dem erſten Worte des Hauptmannes mit ſichtlicher Er⸗ ſchütterung niedergeſetzt hatte. Aber eben ſo raſch faßte ſich die kraftvolle Frau. Ruhig mein Kind! ſprach ſie, die Tochter umfangend. Wer dürfte es wagen, ſolch' ein geheiligtes Haupt zu befährden? Erzählt, was geſchah, Signor! befahl ſie dann mit Würde dem ſtaunenden Botſchafter.

Unſere Reiſe war eine glückliche, begann der Capi⸗ tano nach einigem Beſinnen. Man hatte uns eine treff⸗ liche Galeere auserwählt, die bereits im Hafen von Ajaccio unſer wartete, und Meer und Himmel zeigten nur günſtige Vorbedeutungen. Freundlich wie die Elemente war unſer Empfang zu Baſtia, die Schiffe ſalutirten mit allen Ge⸗ ſchützen, fürſtlich war die Bewirthung, ſelbſt die Ehren⸗ wachen ließ der falſche Gubernatore nicht fehlen, uns einzulullen, und die von Genua vor uns angekommenen Senatoren machten Eurem und meinem Herrn ceremo⸗ niöſe Beſuche, wie man ſie Prinzen darbringt. Ich warnte den General, denn ich witterte den Fuchsſchweif. Er wurde

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