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Korſenwachen, die im ſtrengſten Dienſte auf den Mauern ſich ablösten, machten das einzige Geräuſch in dem weit⸗ läufigen Bau, und dieſes erinnerte nur noch mehr die Bewohner an ihre Beſorgniß, an die Gefährlichkeit, der ihre Liebſten ſich ausgeſetzt, an die Wichtigkeit der Reſul⸗ tate dieſes unfreiwillig unternommenen Wageſtückes. Die hohe Schloßfrau, deren Handlungsweiſe, deren Benehmen überall als Muſter ihrer Umgebung galt, ſchien ruhig und unbeſorgt, aber täglich beſtieg ſie, trotz ihres Alters, die höchſte Warte ihres Schloſſes, ſobald die Sonne, aus dem toskaniſchen Meere emporſteigend, die Spitzen der Grenzberge von Fiumorbo röthete, und wenn ſie nach ſtundenlangem Verweilen mit ernſter Miene wie⸗ derum herabkam, hingen Aller Blicke an ihrem blaſſen Munde; doch ſie gab keine ihrer Empfindungen den Lau⸗ ſchenden kund. Am ſechsten Tage nach der Abreiſe der Männer hörte man ſie raſcher die Wendeltreppe herunter⸗ ſteigen, raſcher die Flügelpforten des Saales eröffnen, aber mit der gewohnten Bedächtigkeit wandte ſie ſich zu dem alten Joſepho und ſprach: Sende hinunter in die Höfe und laß die Thore öffnen. Ein Reitertrupp nähert ſich von Weſten her: ſie ſchonen ihre Roſſe nicht, und als ſie aus dem Dunkel der Bergſchlucht hervortauchten, beleuchtete der Sonnenſtrahl bekannte Farben. Bereitet Euch zu ihrem Einlaß, aber mit Vorſicht.
Die Diener flogen durch die Höfe hinab. Alle ſaßen geſpannt, ſchweigſam wie die Herrin, aber die Herzen klopften hörbar, und die Zeit ſchien Jedwedem ſtill zu ſtehen. Endlich klangen Sporen draußen, und Maleſpina ſtand bald vor ihnen, beſtäubt, athemlos vom ſcharfen Ritte und mit entſtellten Zügen.
Wo iſt unſer Herr und Gemahl? fragte die Schloß⸗
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