Teil eines Werkes 
15 (1843)
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das Harte und Unzierliche ſeines Ausdrucks, Alles das ſchien für Alle dem Manne angemeſſen und als wenn es bei ihm alſo ſeyn müſſe. Nur zwei Perſonen theilten den reſpektvollen Enthuſiasmus nicht: Eugenie, welche die glühenden Blicke mit Zagen betrachtete, die dieſer Mann, der ſonſt nur mit dem Schloßherrn verkehrte, über die Tafel hin auf die ſtille, vor ſich hinſchauende Vanina ſchoß, und Luciano Kaſakoni, welchem heute keiner der jungen Gefährten beim Becher ein Scherzwort abgewin⸗ nen konnte: Luciano, deſſen ſtarrer Blick vom untern Ende der Tafel her an dem verwegenen Geſicht des Fremden auf dem Ehrenplatze haftete, als feßle ihn ein Zauberbann, und der nur ſelten, wie erſchöpft und Kraft ſuchend, ſein Auge nach der ſchönen Vanina zu wenden wagte, aber immer vergeblich des Gegenblicks wartete und mit jeder Minute deßhalb tiefer in eine troſtloſe Er⸗ mattung zu verfinken ſchien. Die Tafel ward beendet, und der edle Wirth zog ſich mit Sampietro in ſein Ge⸗ heimzimmer zurück. Eugenie, die ſonſt ſo muthwillige Schwätzerin, fühlte mitten im Getöſe der belebten Ver⸗ ſammlung eine Beklemmung, welcher ſie nicht Herr wer⸗ den konnte. Sie bemühte ſich, an Vanina's Seite zu kommen, aber das Fräulein ſaß wie gefeſſelt neben der Mutter. Eugenien war, als ſtände ſie am Hochgericht, auf einen Henkerakt wartend.

Jetzt berief ein Diener die alte Baronin zum Gemahl und entſchuldigend verließ die hohe Dame in Begleitung der Tochter den Saal. Eine bange Viertelſtunde ver⸗ lief, die Flügelthüren öffneten ſich, der Herr von Or⸗ nano trat feierlich mit ſeiner Dame ein, ihnen folgte Vanina an Sampietro's Hand, und mit einem ſtolzen Lächeln verkündete der Vater die Verlobung der Tochter 29

Blumenhagen XV.