funden, deren Gaſt ich in ächter und frommer Ehrbarkeit für immer ſeyn möchte.
Auch ein Schatzel iſt dorten Dein worden? ſtaunte der rauhköpfige Bruder.
Wer könnte mitleben im Lande Kanaan, lächelte der Soldat, wo man den heißen Wein trinkt von früh bis ſpät und das Gebratene und die feine Mehlſpeis nicht vom Tiſch kommt, und ſelbſt die Faſtenzeit den Bauch mit neuen Leckerbiſſen kitzelt, wer könnte da mitleben, ohne nicht heißes Blut zu fühlen und ſich nach einem Liebchen umzuſchauen? Aber es iſt dort ein gefährlich Ding mit den verbuhlten Frauen und mannsluſtigen Jung⸗ fern, und mancher Junggeſell iſt dabei zu Grund ge⸗ gangen an Leib und Seele. Drum dank' ich Gott, der mich bewahrt und mich bald vor die rechte Herberge ge⸗ führt, denn gute und wahre Liebe iſt der beſte Küraß für Verführung und die beſte Blendkappe für die verlocken⸗ den Evenäpfel. Hat man ein fein und ſittiges Liebes⸗ bild im Herzen, ſo ſieht man nicht mehr hin, wenn ſo eine kleine Schelmin und Seelenverkäuferin die runden lebendigen Paradieſesfrüchte zur Schau legt, wendet den Blick ab und nennt des Liebchens Namen, welcher ſo gut hilft wie drei Kreuze und ein: Hebe dich weg von mir!
Und wer iſt Deine Erwählte, mein Sohn? fragte die Mutter mit vor Freude und Neugier zitternder Stimme.
Ihr dürft Euch ihrer nicht ſchämen, antwortete Leo mit Aufwallung, denn wenn Ihr alle Mägde hier auf zehn Meilen in die Runde zuſammentreibt und von jeder das Schönſte nehmt, was ſie an ſich trägt, möchtet Ihr aus all' dem Reiz noch nicht meine Kathi zuſammen⸗ bringen. Sie ſtammt zwar nicht aus hohem Geſchlecht und der Herr Veiter Biſchof meinte, ich hätte immer noch


