Teil eines Werkes 
15 (1843)
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ging's die Erſt gar oft ſo, bis ich die Rechte herausge⸗

hinabzugleiten, und all' die Plätze zu beſuchen, wo ich

den erſten Gemsbock ſchoß und wo ich mit dem Vater zur Büffeljagd zog, aber tauſchen möchte ich nicht wieder. Der Stephansthurm und die Liebfrauenkirche und die Schotten⸗Abtei ragen eben ſo ſtattlich zu den Wolken hinauf als die weißen Gotteszinnen hier in den Bergen, und man wird nicht ſo ſchauerlich dabei zu Sinn, und das Geläut der Thürme klingt auch um ein ganz Stückel majeſtätiſcher als das Bimmeln unſerer Rinderſchellen. Und geht man nun durch die Stadt ſelbſt, da weiß man nicht, wohin man ſchauen ſoll und wohin nicht. Haus ſteht an Haus, und jedes ſtattlicher wie die Schlöſſer unſerer Salzburger Grafen und Herren; die Fenſter blitzen wie Stern und Regenbogen von den bunt gemalten Glasſcheiben, und wirft man einen Blick durch ſie hinein, blenden die großen Spiegel die neugierigen Augen wie zur Strafe, und in jedem der Fenſter ſchauſt Du Ge⸗ wächſe und Blumen, wie Du ſie nie geſehen, und hun⸗ derterlei Vögel, groß und klein, grün, roth und gelb, hängen dazwiſchen im vergoldeten Käfig und ſingen und ſchlagen, daß die Ohren ſich nicht zurechtfinden können, und man meint, mitten in einem luſtigen Birkenwäldlein zu wandeln; und was dann ganz zuletzt noch hervor⸗ ſchaut hinter dem Blumenkram und dem Vögelgelän! O mein Andreas, ſäheſt Du die Engelsköpflein, ſo lieb und fein, wie ſie gemalt ſtehen über dem Altar in der Biſchoieliſche und wie ſie freundlich lachen und blicken, als wollten ſie ſagen: Komm herein, junger Geſell! der 2 iſt willkommen, wenn er munter iſt, aber dabei ehrbar zu thun verſteht! Andreas, das Herz quölle Dir her⸗ auf bis zum Hals und der Odem bliebe Dir aus. Mir