Teil eines Werkes 
15 (1843)
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ſetzen und mit mir ziehen zur Stadt Wien, daß Ihr das ſchönſte Wunderwerk von Menſchenhand ſähet, ehe Ihr zur Ruhe ginget. O Ihr ſolltet ſie ſchauen dieſe Welt im Kleinen, wie ſie da liegt im Halbmonde an dem breiten Strome, der ihre hohen Mauern küßt, wie ein verliebter Page die Pantoffelſpitze und den Mantelſaum ſeiner jungen Königin. Ihr ſolltet ſitzen einmal in den großen Gärten voll von Laubgängen und Fruchtbäumen, wo jeden Tag Gaſtgebote und Tanzgelage wechſeln, und Alles, was jung iſt und ſchön, ſich ſammelt, wenn der Abend ruft. Jedes Mannsbild heißt da Euer Gnaden und jedes Mädel ein Fräulein, und ſie verdienen's auch⸗ denn unſer Erbtruchſes ſieht neben einem Wiener 2 gersmann aus wie ein Hauptmann der Suue und um eine blonde Wienerin mit dem Geſicht von Mil Roſe, dem hellen Schelmenaug' und der vollen ve die weiß glänzt von fern und blendet, als wenn man im Sonnenſchein auf das Eisfeld am großen Kogel hin⸗ ſchaut, um ſolch' ein Frauenbild, wenn ſie auf dem kleinen Füßel hinſpaziert und die Spitzbübin zur Parade das runde Beinel ſehen läßt, ſchlügen ſich alle Salzburger

Buben unter einander die Rippen ein, daß Keiner ein

ganzer Mann bliebe.

Aber in der großen Stadt muß es ja traurig S wegen der hohen Mauern, über die nicht Wald und Be hineinſchaut, fiel Andreas ein, und mir würde es dari gemuthen wie in den Kerkerlöchern zu Hohen⸗Salz⸗ burg.

Wäreſt Du nur dort, guter Burſch, entgegnete Leo ſpottend, trügeſt Du gern die 4 ver⸗

gäßeſt das Heimweh. Wohl freue ich mich, m r ein⸗

mal wieder die hohen Käſe zu beſteigen und an den tie