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warten ſollen, bis ich mir die,Ritterſporen verdient, die mein Herr Urgroßvater verloren, und ſeine und meine Ahnherren möchten ſcheel ſehen zu meiner Wahl, aber als er ſich nach Kathi's Blutsfreunden erkundigt, hatte er kein Widerwort mehr und meinte, wer wie Herr Baſtian Mangold mit im Rathe als Hubmeiſter ſeinen Platz habe, dem Alles, was er bedürfe, auf eigenem Grund und Boden wachſe, der in ſeinem Gaſthauſe über der Erde zwei Dutzend dienſtbare Geiſter commandire, und d'runter im Gewölb' eben ſo viele unterirdiſche Rie⸗ ſenfäſſer voll Ungar und Rheiniſchen, der dürfe ſich ſchon als ebenbürtig neben einen armen Schlucker von Berg⸗ edelmann ſetzen, wenn er auch kaiſerlicher Küraßreiter ſey und einen Biſchof Vetter nennen könnte.
Der ehrwürdige Herr hat recht, fiel haſtig Frau Mar⸗ tha ein; volle Vorrathskammern und Fleiß im Hauſe adeln ſicherer als Schild und Wappenbilder, mögen ſie auch Kronen vorſtellen und gemalte Drachen, die ge⸗ malte Schätze bewachen. Säume nicht, mein Sohn, und gewinne Dir die Jungfrau, denn wer eine ſittige, feine und wohlausgeſtattete Hausfrau heimführt, darf keine Alraunwurzel graben und heimtragen, um das Glück an
ſein Dach zu knüpfen. Bring' mir die Jungfrau recht
bald, daß ich ſie einſegne zur Mutter des neuen Geſchlechts der Spauer, denn der Andreas wird mir nie eine Tochter zuführen, die mein altes Haupt weicher legt, als die Hand der Magd thut, und meine langen Tage kürzt durch freundlich Geſchwätz und Geſang und Kurzweil.
Ihr hörtet ja ſelbſt, Frau Mutter, entgegnete rauh und finſtern Blicks Andreas, daß alle Dirnen hier zu Lande auf zehn Meilen rund nicht ſo viel gelten als eine einzige Jungfrau aus der Wienerſtadt. Wie möget Ihr
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