wundet wurde und er mit ſeiner vom Vater erlernten Kenntniß des Wundbindens dem Fürſten Beiſtand leiſten konnte. Der Günſtling des Erbherzogs, Sigmund von Dietrichſtein, nahm ihn ſofort als Stallmeiſter in ſeinen Dienſt; dort erfuhr der achtzigjährige Biſchof von Wien, Herr Leo von Spauer, von ihm, welcher von der tyro⸗ liſchen Linie des alten Geſchlechts abſtammte und ſeinen Namensvetter nicht über die Achſel anſah, ſondern eine Freude darin fand, einen Sprößling des abgeſtorbenen, welken Seitenzweiges wiederum zu heben und in's Grüne zu treiben. Der weißlockige Erzprieſter fand kein Be⸗ hagen daran, ſeinen mannlichen Vetter im Dienſte eines Vaſallen zu wiſſen, und als Prinz Max nach Kaiſer Friedrichs Ableben die Krone auf dem Haupte trug, raſtete der Biſchof nicht eher, bis der junge Leo einen Platz unter den kaiſerlichen Küraßreitern erhalten hatte, wo⸗ durch ihm die Gelegenheit ward, im nächſten Kriege ſich leicht zum Offizier empor zu ſchwingen. Der alte Herr rüſtete den jungen Spauer auf's Freigebigſte aus, doch ſeine Abſicht kam nicht zum Ziele; Maximilians Regierung blieb friedlich zum Heil ſeiner Länder, und Leo blieb, vas er geworden. Leicht ward es ihm jedoch, alle ſtolzen Wünſche niederzudrücken, die der hohe Verwandte in ihm geweckt, da ihm das ehrenvolle Soldatenleben in der Kaiſerſtadt, der Ehrenpoſten im Schloſſe gefiel, und man⸗ ches andere Verhältniß ihm Erſatz gab für die unerfüllten Pläne des Biſchofs, welche dieſer in der zunehmenden Schwäche ſeines Greiſenalters auch ſelbſt zu vergeſſen ſchien, obgleich Leo ihm täglich zur Morgenſtunde ſeinen Beſuch machen und ihm vom Leben im Schloſſe und der Stadt vertrauten Bericht abſtatten mußte. So waren über zehn Jahre verlaufen; daheim hatte man den Sohn
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