Teil eines Werkes 
15 (1843)
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Zöglinge ſtets für die edelſte und fehlerfreieſte Koppe auf den Marktplätzen; auch fand man in Spauers Ge⸗ höft manchen ungeſchlachten Büffelochſen mit ſeltſam ge⸗ bogenen Hörnern, den der wilde, herkuliſche Jägersmann auf den Gebirgshöhen ſelbſt eingefangen und mit Mühe gezähmt hatte, um ihn zur Veredlung ſeiner Rinderheer⸗ den zu gebrauchen. Früh ſchon gewöhnte der alte Nim⸗ rod ſeine Zwillingsſöhne an ſeine Lieblingsgeſchäfte. Beide wurden ſchon als Knaben wackere Reiter, und als J Jüng⸗ linge galten ſie für die beſten Schützen mit der Armbruſt und als die gefürchtetſten Schläger im Fauſtkampf. Vater Spauer hatte durch ſeine Betriebſamkeit den Wohlſtand ſeiner Familie ziemlich gehoben, da ſtürzte er bei einer winterlichen Gebirgsreiſe mit ſeinem Roß von einem Brücklein, welches zwei Felshöhen verband, zu Tode, und im Sommer darauf traf der Blitz eine Zwergeiche, unter welcher die Mutter Spauer Schutz geſucht, und der Wetterſtrahl verlöſchte das Augenlicht der Wittfran für immer.

Die Bewirthſchaftung der Spauer'ſchen Güter fiel nun den beiden Söhnen zu, indeß ſchien der Segen, welcher 4 des Vaters thätiger Hand geruht, mit ihm gewichen.

Leo liebte das Herumſchweifen auf Gebirg und Wald⸗ höhe, ſein unruhiger Geiſt konnte ſich nicht an das ein⸗ förmige Hausleben, noch an irgend ein geordnetes Ge⸗ ſchäft gewöhnen; Andreas dagegen blieb zu gern 1da heim, ſeine Trägheit hinderte ihn an der der ein⸗ träglichen väterlichen Handelsprojekte. Mit Widerwillen machte er anfangs die nöthigen Reiſen it in die Städte und auf die Fleckenmärkte und verſäumte ſie bald ganz und gar. So kam mit jedem Jahr das Hausweſen zurück, aber die Brüder entbehrten lieber, als daß ſie ihren