——
458
mit Magnetenkraft. Weit bog ſich die Jungfrau vor⸗ wärts und ſchaute in's Dunkel hinaus, ſchüttelte das Köpfchen und erſtieg dann ſeufzend den Hügel.
Noch nicht! liſpelte ſie. Warum ſchickte der Vater auch den alten Andres, der kommt ſtets früh genug. Sie ſetzte ſich auf den Stamm. Iſt mir's doch, ſprach ſie weiter, als wäre die Stelle warm, als hätte mein Goldo ſie gewärmt. Ach⸗ ſo wie ich liebt er mich nicht, er hätte den Alten fahren laſſen und wäre durch die Zelder vorangeeilt.
Gerade wollte ich der böſen Beſchuldigung antwor⸗ ten, da tönte Hufſchlag die Straße herab; ein ſchlanker Reiter ſpornte eilig ſein müdes Roß, hielt aber plötzlich am Hügel ſtill.
Ha, die Eiche ſchon! ſprach eine bekannte Stimme. Nun ſind wir bald zur Stelle. Noch einmal, v Senner, nur dehne dich aus und laß mich nicht zu Schanden werden.
Er ſtieg ab und befeſtigte den Sattel mehr. Ich er⸗ kannte den Freund, meinen tollen Fritz. Roſine war in⸗ deſſen aufgeſtanden, wahrſcheinlich auch von der bekann⸗ ten Stimme gelockt. Der Reiter erblickte ſie.
Eine einſame Schöne hier? fragte er, trat näher und rief freudig: Sie, Sina! Wo die Blume blüht, iſt auch der Papillion nicht weit. Wo biſt Du, Goldo?
Nicht hier! ſeufzte das liebe Mädchen.
Doch nicht krank, todt gar, oder gar untreu? fragte der Wildfang. Da ſollte ihn ja gleich—
Nichts von dem, fiel ſie ein; aber des Schmetter⸗ lings Flügel ſind gebunden. Seit Monden ſchon ſtraft ihn ein fürſtliches Gericht mit Feſtungsarreſt.
Feſtung? ftaunte Fritz. Und warum? Schnell warum?


