Teil eines Werkes 
14 (1843)
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Flöte ſpielen hörte, begann ſie dann wieder, da war ich noch froh und der Vater ſchalt mich oft wild! Jetzt ſchilt er mich nicht mehr ſo!.

Ihre gebrochene Stimme drang mir zum Herzen.

Ich legte von meinen Büchern und meinen Zeich⸗ nungen Alles zuſammen, was mir vorzüglich gefallen hatte, führte ſie hin zu dem belegten Tiſche und ſprach freundlich: Das iſt Dein, ein Andenken Deines Freun⸗ des Goldo!

Ein Strahl der Freude glänzte aus ihren Augen mich an. Wenn Du die Zeichnungen kopirſt, ſo denk' an mich, fuhr ich fort, wenn Du die Bücher lieſeſt, ſo erinnere Dich deſſen, was ich Dir ſagte, als wir zuſammen ſie laſen!

Leſen, die Bücher leſen? fragte ſie mit funkelndem Auge, indem ſie eines derſelben aufſchlug. Hier auf dem erſten Blatte ſteht genug!(Sie deutete auf meinen geſchriebenen Namen.) Das ſchrieb Goldo's Hand! werd' ich ſagen, leſen und wieder leſen, küſſen und wieder küſſen, ſo lang noch ein Buchſtabe daſteht!

Ich will Dir auch ſchreiben, fiel ich ein, bang ge⸗ macht durch ihre Heftigkeit, lange Briefe. Aber Du mußt mir auch antworten.

Briefe von Ihnen, an mich? rief ſie laut und lä⸗ chelte durch Thränen, wie werd' ich die hegen in dem elfenbeinernen, feinen Käſtchen von der ſeligen Mutter!

Und wenn wir drüben in Segenthal Kirchmeſſe oder ein Geburtsfeſt haben, ſo ſend' ich Dir unſern Wagen und Du kommſt und biſt fröhlich mit mir und Sina.

Und Sina! Ihrer Sina! lallte ſie nach, legte das Buch nieder und fing ſchweigend mit doppeltem Eifer an zu packen. Der Schmerz des Mädchens bekümmerte mein Herz und that mir doch ſo wohl. Solche Leiden⸗