Teil eines Werkes 
14 (1843)
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für den wohlgelungenen Aufſatz! und eilte zum Zimmer hinaus an die Baſtion.

Ich fühlte, mir war dieſer Kuß ein anderer gewe⸗ ſen als alle die vorigen.

Was mußte er Margarethen geweſen ſeyn?

Wohl uns Dreien, ſagte ich zu mir im Freien, daß die Zeit meines Hierſeyns ſich dem Ende naht!

Die Scheidethränen. Er kam, der letzte Tag meines Hauſens auf der Bergfeſte.

Morgen Abend, rief ich aus dem Fenſterchen über die Fluren hin, Sina, dann ruh' ich Dir an der Bruſt! Wirſt Du Dich verändert haben? Wird Deine blühende Wange etwas bleicher geworden ſeyn im zehrenden Winde der Trennung? Wohl uns, daß es kein Sirocco war, der alle unſere Freuden welken machte!

Mit rothgeweinten Augen half mir Margarethe meine Sachen packen. Als an meine Flöte die Reihe kam, nahm ſie dieſelbe raſch und preßte mit ungewöhnlicher Heftigkeit ihren Mund auf das ſchwarze Ebenholz.

Margarethe, ſagte ich mild und ſie umfaſſend, nicht ſo! Wünſcheſt Du nicht, daß ich wieder zu meinen Lieben zurückkehre, die lange trauernd meiner warten? Miß⸗ gönnſt Du mir das ſchönſte meiner Gefühle, das Gefühl der Freiheit?

Warum muß Margarethe hier bleiben? fragte ſie halblaut.

Um ihren alten guten Vater zu pflegen, ſagte ich, ernſt werdend. Sie wurde ſtill und ihre Hand tändelte langſam mit der Flöte. Als ich Sie zum erſten Male die