Teil eines Werkes 
14 (1843)
Einzelbild herunterladen

ſtand, unter den Schatten zweier Linden, ein freund⸗ liches Jägerhaus.

Da möcht' ich wohnen! ſagte friedlich lächelnd Mar⸗ garethe. Aber Sie müßten auch da wohnen! ſetzte ſie raſch und warm hinzu

Es würde ſich da uhis wohnen laſſen, liebe Mar⸗ garethe! entgegnete ich.

Ihr helles Auge erhob ſich zu meinem Geſichte, ſie legte die Bleifeder weg und drückte ihre Wange an meinen Arm.

Es thut mir ſo wohl, ſagte ſie leiſe, aber mit ho⸗ her Innigkeit, wenn Sie mich: liebe Margarethe! nen⸗ nen; aber ich wüßte doch eine Benennung, die mir noch taue ſeyn würde!

Und die wäre? fragte ich.

Meine Margarethe! ſagte ſie kaum hörbar.

Was würde Sina dazu ſagen? fragte ich ſanft lächelnd.

Laſſen Sie mich ihr ſchreiben! rief ſie raſch und hob ſich lebhaft auf von meinem Arme. Ich will ſie darum bitten, herzlich bitten! Ach, gewiß, ſie ſchlägt es mir nicht ab, denn ſie muß gut ſeyn, da Sie ihr ſo gut ſind!

Meine Margarethe! ſagte ich mit Rührung, zog ſie an meine Bruſt und küßte ſie.

Das war der Kuß, der mich jene Fragen an die Purpurlippen thun ließ.

Ihr kleiner, jungfräulicher Buſen ſchlug heftig gegen meine Bruſt, ihr Köpſchen hatte ſich rückwärts gebogen, und ein unendlicher Reiz lag um den halbgeöffneten Mund, durch den die ſchneeigen, glänzenden Zahnreihen ſchim⸗ merten. Ich erwachte von einem ſonderbaren Taumel, ſagte haſtig zu ihr: Ich war Dir noch den Kuß ſchuldig Blumenhagen. XIv. 29