Teil eines Werkes 
14 (1843)
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entgegen. Ich erkannte in dem Schreier den Aufſeher der Burg und grüßte ihn etwas unfreundlich, denn hier an dieſem Eingange ſo zu empfangen, ſchien mir ent⸗ weder Hohn oder Gefühlloſigkeit zu verkünden.

Trotz dem ließ ſich der alte, ſteife, ausgediente Wacht⸗ meiſter nicht irren. Alles in beſter Ordnung zu Dero Befehl! fuhr er fort. Die Ausſicht iſt weit berühmt, die Luft friſch und geſund, auch haben wir etwas War⸗ mes zugerichtet, denn die Abende ſind kalt und die hol⸗ perigen Wege machen hungrig!

Ich dankte ihm und wandte mich zu dem Schulzen, der mich bis hieher geleitet hatte. Grüße Alle! ſagte ich, die kräftige Bruſt doch auch vom linden Schmerze umengt fühlend, und ſage der Mamſell, ſie ſolle den Kranz nicht vergeſſen!

Schon gut, ſagte der ehrliche Alte, drückte mir die Hand herzlich und ging. Ich verſtand den Händedruck und ſah ihm durch die Dämmerung nach, wie er den Berggang herabſtieg, bis er in dem Mauerwerk ver⸗ ſchwand.

Er geht zu ihr! dachte ich und ſtrich mir mit der Hand die Stirne heiterer, an die ſich eine Kummer⸗ wolke hängen wollte.

Lange haben wir keinen werthgeſchätzten Gaſt hier gehabt! ſagte der Wachtmeiſter, indem er mein Zimmer aufſchloß. Nur hier herein!

Ich trat in das enge Zimmerchen. Mir wurde doch ſo beklommen, daß ich das Fenſter aufſtoßen mußte.

Da liegt ihre Heimath! dachte ich mit Wehmuth, und ſtreckte meine Arme aus nach den fernen Bergen. Da weint, da trauert ſie! Bilder des Wiederſehens vertrieben die ſchmerzende Erinnerung.