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um des Grafen Schulter legend. Er iſt beim heiligen Denys ſtark genug an Leib und Seel, ſich ſelbſt die Bahn zu brechen, welche ſeinem Leben zuſagt. Horcht! da läutet's von St. Euſtache und der ſprachkundige Prior erwartet Euch.
Die fürſtlichen Jünglinge ſprangen auf und ver⸗ ließen faſt erſchreckt über die Verſpätung das Gemach, und der Graf holte tief Athem, als wäre ſeine Bruſt entlaſtet worden durch die Entfernung der anklagenden Freunde. Haſtig trat er auf Abelard zu, und des Lehrers Hand mit beiden Händen ergreifend und krampfhaft preſſend, ſprach er mit ungewohnter Heftigkeit: Ja, ſie haben Recht, die frommen⸗ viederfinnigen Prinzen, Recht mit ihrem Unwillen und Vorwurf. Ja, ich ſelbſt bin nicht mehr, der ich kam. Mein Muth iſt gebrochen in einer unerklärlichen Unruhe. Ich hänge zwiſchen Himmel und Erde, verlaſſen, ausgeſtoßen. Unzufrieden mit mir ſelbſt peitſcht mich eine innere Angſt durch die Säle des Schloſ⸗ ſes, durch die Gaſſen, und, als läge ein ſchweres, heim⸗ liches Verbrechen, Mord, Kirchenſchändung, auf meiner Seele, ſchaue ich zu den Wolken empor, den rächenden Wetterſtrahl fürchtend und hoffend, weil er meine Marter endigen würde im Augenblick der Strafe. Dieſe Angſt trieb mich her zu Euch, mein väterlicher Freund, mein geiſtiger Vormund. Iht ſeyd ein weiſer Mann, Ihr kennt die Geheimniſſe des Menſchenherzens, die Krank⸗ heiten der Seele. Rathet, helft, Meiſter Peter. Iſt es die fremde Luft, iſt es die ungewohnte Schwelgerei der königlichen Tafel, iſt es der blendende Glanz der Königs⸗ ſtadt? Nennet mir meine Krankheit, nennet mir aber zugleich das Heilmittel: ſey es noch ſo bitter, ich werde es nehmen aus Eurer lieben Hand.


