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den Boden und ſeine blanke Klinge ſchlug ſtark die Spitzen alle von ſeiner Bruſt zurück.
Seyd ihr gedungene Meuchler? fragte er gebieteriſch, oder ſeyd ihr meine deutſchen Kriegskameraden? Denn ich bin es, der Freund eures Herrn, wenn euer An⸗ griff etwa einem Andern galt. Zugleich funkelte ſein braver Degen im Kreiſe wie ein Feuerrad, und die Sol⸗ daten wichen, ſichtlich beſtürzt vor der bekannten Stimme und der kühn geführten Waffe, zurück.
Da drang Prinz Ludwig ſelbſt hervor aus ſeinem Verſteck, ließ auch den Mantel fallen, und mit dem Aus⸗ rufe: Des Teufels Freund biſt Du, aber nicht der meine! Ergib Dich! ſtellte er ſich dicht vor die Klinge des Gra⸗ fen. Kunigſteen ſtand wie in eine Bildſäule gewandelt, doch hielt er ſeinen Degen ſtarr vor ſich hin wie zur Parade und Gegenwehr, und murmelte: Das iſt Ga⸗ brielens Rache!
Du bedräuſt die Bruſt Deines Herrn? wüthete da der Prinz, welcher den Namen ver Und ihr Memmen verlaßt euren Geb Betrüger, ſo falle denn ehrlicher verdienteſt! Und ſelbſt riß der Zornentflammte de ſten der Tra⸗ banten die Hellebarde aus den Händen, und mit einem furchtbaren Schlage traf das beilförmige Eiſen das Haupt des Grafen, und mit dem Seufzer: Ludwig! ſank der auf den Tod Getroffene auf das Fflaſter hin. Die Trabanten, plötzlich aus ihrer Unthätigkeit erweckt durch das Beiſpiel des Herrn, ſtürzten heran und ſtießen in thieriſcher Wuth ihre Lanzenſpitzen in Bruſt und Leib des ſchon längſt Beſinnungsloſen. Flüchtig naheten jetzt der Schauerſtelle zwei weibliche Weſen, ſtutzten, ſahen, ſtarrten das Gräßlichſte an, und mit einem Zetergeſchrei höchſter Verzweiflung, das alle Herzen der Gegenwärti⸗ gen zerſchnitt, warf ſich Fräulein Ulrike in das Blut und auf den Leichnam des geliebten Mannes.
Tödte auch mich, Du Tyrann! rief ſie kreiſchend, haſt Du doch in ihm ſchon mein Leben zertreten. O, mir ſtarb er, Barbar, höre es! Nur mir ſtarb er, meine Bitte allein verführte ihn, daß er that, was ſein Ver⸗ ſtand nicht gut hieß, weil er die Blutgier der Großen


