Teil eines Werkes 
13 (1843)
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den eigenen Gaul fertig machte, anbefahl, bis Abends die benannten Sachen, in zwei Mantelſäcke gepackt, be⸗ reit zu halten, und den Wagen in völligen Stand zu ſetzen.

Als er jetzt aufſtieg, riß der Sattelgurt und ein anderer mußte vom Stalle herbeigeholt werden; dann brach die Steigbügelſchnalle, als der gewandte Reiter ſich über den Rücken des Thieres ſchwingen wollte, und der Fall erſchütterte durch ſeinen Prallſtoß den kräftigen Mann nicht wenig.

Warneſt du, treue Geiſterſtimme? fragte er ſich. Sprache meines Genius, die mir ſo oft ſchon erklang vor der Schlacht wie vor dem italiſchen Liebesgange, ſprichſt du: Zurück! hier liegt der Tod im Blumen⸗ graſe? Dann lächelte er ſelbſt über den melancholiſchen Monolog, ſchimpfte auf die betrügeriſchen Sattler und die unordentlichen Stallbedienten, ſetzte ſich mit Vor⸗ ſicht auf, und fuhr mit den Sporen in die Seiten des Rappen.

Als der Jäger den Thorweg geſchloſſen hatte und zurückkam, lag da, wo der Hofherr aufgeſtiegen war, ſeine goldgeſtickte Schreibtafel am Boden, und der dun⸗ kelblaue Atlas war vom Schmutze des Hofes feucht ge⸗ worden. Der Jäger wiſchte daran mit ſeinem Sack⸗ tuche, als Jungfer Louiſon, das Zöfchen der Baronin Tellern, von einem Beſuch bei der Silberwäſcherin zu⸗ rückkam, aus dem Schloſſe trat, und freundlich⸗lächelnd zum deutſchen Heinrich herabhüpfte.

Dein Herr reitet, und wohin? fragte ſie. Weiß nicht, antwortete der Burſch, und iſt mir dieſes Mal auch recht willkommen das, denn ſonſt müßte ich ſogleich nachreiten und dieſes nachbringen, was ihm vielleicht