Teil eines Werkes 
13 (1843)
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für das ſchönſte Ziel, doch lehrt es ſie zugleich auch Selbſtachtung, und ſie verbluten lieber, ehe ſie ſich weg⸗ werfen.

Der Prinz war durch den ruhigen Ton überraſcht, wollte antworten, da ſah er die Schöne neuerdings er⸗ bleichen und ihr Lockenköpfchen ſinken. Seine Beſorgniß kehrte; bekannt mit der Gegend, wußte er ein Wald⸗ hüterhäuschen in der Nähe, und mit donnernder Stimme rief er durch den Wald. Ein Hofhund ſchlug an, man hörte und antwortete. Bald kamen einige Holzknechte und trugen die Kranke fort zu dem einſam ſtehenden Hauſe, wo des Prinzen Befehle die trägen Weiber am Spinnrocken zu flinken Sylphiden umwandelten, welche jede Bequemlichkeit, die möglich war, ein weiches Bett und geglühten Wein, und was ſonſt ihre Lage zu fordern ſchien, herbeizauberten.

Die Baronin erholte ſich. Eine ſtille Halbſtunde ne⸗ ben dem Bette der Leidenden wandelte den Prinzen wun⸗ derſam. Die Unſchuld allein ſchien ihren Thron auf dieſen Lippen erbaut zu haben; die ſtille, ſcheue Liebe hatte ihre Wiege in dieſen Angen. Es war ihm klar ohne Erklärung: Kunigſteen war ein zwiefacher Verräther, ein frecher Lügner an ihm und jeder Weiblichkeit. O! Selbſt⸗ täuſchung iſt die Klapperſchlange, deren ſcharfer Dunſt⸗ kreis die Vernunft betäubt und ſtürzen macht in den ge⸗ öffneten Schlund des Verderbens. Was der Menſch hofft und gern glaubt, das glaubt er auch leicht, und wenn heller Sonnenblick die Unmöglichkeit beleuchtete.

Der Rieſenſchritt, den die Leidenſchaft des jungen Fürſtenſohnes hier im armſeligen Forſthauſe machte, be⸗ rauſchte den bislang in Sehnſucht Gequälten: er konnte das verſchloſſene Herz und den gebundenen Mund nicht