Teil eines Werkes 
13 (1843)
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mehr zügeln. Vor dem Lager der Geliebten ſitzend, das trunkene Auge am Liebreiz ohne Gleichen weidend⸗ rollte Alles, was vorgegangen in der Feſtnacht ſowohl wie am Morgen darauf, ſtürmiſch, gleich einem Wolkenbruch im Felsgebirg, von des Mannes Lippen, und die gewandte Weltfrau verrieth mit keiner zuckenden Augenwimper⸗ mit keinem ſtockenden Athemzuge, wie die Erzählung ihr Herz zerriß, wie verachtete Neigung, gekränkte Eitelkeit, wie zerſtörte Hoffnung, wie Zorn und Haß und Rach⸗ ſucht bei dem Bericht des hohen Liebhabers wechſelnd ihre Seele beſtürmten, marterten und verletzten. Die Rachſucht des tiefſten Haſſes blieb zuletzt haften auf dem erſchütterten Boden ihres Gemüthes, und mit der ſchön⸗ ſten Seidenmaske das Hyänenantlitz überdeckend, neigte ſie den Lockenkopf aus dem Bett und legte den entklei⸗ deten ſchwanenweißen Arm auf die glühende Hand ihres Geſellſchafters. Ihr Auge blickte in wunderbarer Klar⸗ heit dabei ihm feſt in das rollende Auge.

Wenn mein Fürſt nicht ſpräche, ſo würde ich ein Mährchen zu hören glauben, ſagte ſie mit dem ſanfte⸗ ſten Accorde, den die Harmonika des Weibermundes nur irgend hat. Indeß, ſetzte ſie ſtolz hinzu, Gabriele ſtellt ſich über die wahnwitzige Lüge eines verwegenen Hof⸗ herrn, deſſen Schlangenſchlauheit wer weiß welche Vor⸗ theile in ſeiner Fabel ſuchte. Ludwigs Gunſt weckt Nider⸗ und das mit Recht. Warum beglückte mein Prinz die arme Fremde ſo öffentlich damit, und bereitete vielleicht ihr Unglück dadurch? Denn wo ſolcher Angriff gewagt wurde, da liegt eine arge Feindſchaft, und da drohet heimliches Verderben.

Die ſchmeichelnde Stimme wirkte wie Sirenenlied auf den gebundenen Ulyß, und an ſeinen Feſſeln reißend