Teil eines Werkes 
13 (1843)
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Mit ihrem Emporrichten und Löſen aus ſeiner Um⸗ ſchlingung kehrte auch des Prinzen Beſinnung. In ei⸗ nem Zwieſpalte der wieder belebten älteren Gefühle ſtand er raſch auf und ſagte mit ſcharfem Blick auf die Sitzende: Stände ein Anderer an meinem Platze, dann würde die gnädige Frau leichtere Wahl haben. Aber Frau For⸗ tuna iſt eine Dame: ſie hat ihre Capricen wie jede der Frauen, und ihr Geſchmack iſt ſo barock und ſeltſam wie der ihrer Schweſtern.

Die Baronin ſetzte ſich höher und bequemlicher auf dem Raſen feſt und ordnete ihren Anzug, doch blieb der zarte kleine Fuß und der feine Seidenſtrumpf ſichtbar, da der Klugen nicht entging, daß Ludwigs glühendes Auge daran zu haften ſchien wie Stahl an dem Mag⸗ netſteine.

Wie kommt mein Fürſt jetzt zu ſo ſcharfem Witzwort? fragte die Dame lauſchend und halben Blickes zu ihm aufblinzelnd. Hier iſt nur Waldesſtille und kein Zweiter für meine Wahl; mein Retter und meine Dankbarkeit ſind allein im todten⸗ verſchwiegenen Grünen.

Aber es iſt Morgenlicht zugegen, und keine Feuer⸗ werksnacht mit ihrem ſtörenden Wechſel von Flamme und Finſterniß, fiel der Prinz ſcharf ein; auch iſt kein Pa⸗ villon da zum Verſteck und zu günſtiger Aufnahme.

Die Baronin zuckte faſt unmerklich zuſammen. Mein Fürſt zürnet, entgegnete ſie, doch weiß ich nicht warum; der Ton der Worte iſt deutlich, jedoch der Worte Sinn ein Räthſel, und ich will mein heißes Dankgefühl nicht daran erkälten. Nur ſpotte Prinz Ludwig nie und nim⸗ mer über den Geſchmack der Pariſerin. Darin iſt das Athen der neuen Welt die einzige Schule; ſeine Schüle⸗ rinnen halten das Höchſte und das Edelſte immer auch

Blumenhagen. XIII. 30

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