Teil eines Werkes 
13 (1843)
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Verlaſſenen gelangen zu laſſen, welches mir altem Prak⸗ tikus auch vorzüglich geſchickt gelang.

Das zweite Ereigniß faßte Güldenkrons Gemüth noch tiefer. Der Comte Louis fand nämlich unter ſeinen Brie⸗ fen auch ein leichtfertiges Sendſchreiben des ruſſiſchen Grafen Toloſtows, der mit uns an der Regnitz gelebt, und in dieſem Blatte wurde der Name Raphaele ge⸗ nannt, freilich nur hingeworfen, faſt ohne Zuſammen⸗ hang mit dem übrigen Inhalte, vielleicht nur als Bild gebraucht in Bezug auf den Meiſter Italiens und ſeine herrlichen Weiberfiguren, aber Güldenkron ſtand tief er⸗ ſchüttert, als er den Namen von der wohlbekannten Hand geſchrieben ſah: das Heimliche und Dunkle dabei mochte ihm Grauen erwecken. Der Graf reiste nach Berlin und Hamburg, als er

uns verließ, ſagte der Comte bedenklich.

Toloſtow war ein Mann von Ehre, verſetzte Gülden⸗ kron gedankenvoll. Solche Schurkerei hat ein eigenes Gepräge, und wer bis zu ſolcher Tiefe ſank, trägt den Teufel auch auf dem Geſicht zur Schau.

Der Comte zuckte unmerklich die Achſeln, mir ſchien, als könnte er mehr ſagen, würde aber von Lebensvorſicht gebunden. Der haſtige Alfred wollte am andern Morgen auf der Stelle wieder in das Frankenland, um der neuen Ungewißheit Luft zu ſchaffen; da kam zu rechter Stunde der Paul zurück mit Briefen aller Art. Die Baronin Leon war verſchwunden gleich nach unſerer Abfahrt, ihr Paladin, Graf Toloſtow, ihr nachgereist, die Sel⸗ ten verheirathet, und der letzte Brief, den Alfred nicht laut las, warf ihn zurück auf den Seſſel. Hoch erhob er ſeine Arme zum Himmel und eine Leichenbläſſe überzog ſein gebräuntes Geſicht..