Teil eines Werkes 
11 (1843)
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was zum Verbande nöthig, und was er als erfahrener Thierarzt und Rathgeber des Dorfs dort immer verwahrte, und war ſchnell damit wieder oben, wo die Andern unter⸗ deß dem Verwundeten die Kleider behutſam gelöſet hat⸗ ten. Der Meſſerſtich war breit und tief, jedoch ſchien kein Lebensorgan verletzt, und indeß der geſchickte Daniel kunſtgerecht den Verband legte, ſah Beatus, den Schmerz nicht achtend, freundlich mit ſeinen mattglänzenden Augen umher, und vat nur um Beſchleunigung der Heimkehr, indem er hinzuſetzte: Sollte ich ſterben müſſen, muß ich doch noch zuvor zwei liebe Augen neben meinem Todes⸗ lager ſehen und von ihnen Abſchied nehmen. Der Wachtmeiſter ſah zwar noch immer recht düſter auf den Liegenden hin, jedoch reichte er ihm die Hand und drückte ſie recht feſt wie in ſtummer Zuſage um die kalten Fin⸗ ger des Verwundeten.

Die Heimkehr wurde jetzt ſo ſehr nur möglich be⸗ ſchleunigt. Man knüpfte das erbeutete Boot hinten an den Kranzer Nachen, und belud es mit allen Habſelig⸗ keiten des Wollan'ſchen Hauſes, die nur irgend Werth hatten. Durch die Piraten war die Hälfte der Arbeit erleichtert worden, denn das Meiſte lag ſchon in Bündel zuſammengeſchnürt auf den Fußböden umher. Von wei⸗ chem Heu und einigen Bettſtücken bereiteten ſie dem Bleſ⸗ firten ein bequemes Lager im Kahne und ließen ihn ſelbſt vorſichtig und ſorgſam hinab. Erſt dann, als ſie ſich mit dem Verſchließen und Verrammeln der Zimmer und des Hauſes beſchäftigten, gedachte der alte Wollan des grimmigen Menſchen, der als Anführer der Räuber auf⸗ getreten war, und den ſein Ruderſchlag ſo woblgetroffen zuerſt zu Boden warf. Aber umſonſt ſahen ſie ſich nach dem Todtgewähnten um; eine Blutſpur fand ſich auf der