Teil eines Werkes 
11 (1843)
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Leitertreppe, wahrſcheinlich hatte er ſich während der Schlägerei dort hinabgewälzt, hielt ſich entweder irgend⸗ wo verrſteckt, oder hatte zum untern Fenſter hinaus die Flucht verſucht und war ertrunken. Man traf ihn nir⸗ gend, und hat auch ſpäterhin nichts von ihm vernommen.

Die Rückreiſe geſchah ohne Unfall; aber der allge⸗ meine Jammer, die rührende Theilnahme, welche alle Kranzer äußerten, als der kranke Huſar aus dem Schiffe getragen wurde, war das gültigſte Zeugniß für den Cha⸗ rakter und den Lebenswandel deſſen, dem ſie galten. Von Beta's Empfindungen wollen wir ſchweigen; das Schick⸗ ſal ſchien ſeinen Unwillen an ihr erſchöpfen zu wollen, und das Härteſte war dabei, daß das tieſſte, innigſte Gefühl ſich vergraben mußte in ihr, ohne lindernde, laute Aeußerung, und daß das Benehmen ihres Vaters, der bleichen Angeſichts und ohne ſeit der Rückkehr irgend ein Wort zu reden im Hauſe und im Garten, wie ein unſtä⸗ ter Geiſt, umher ging, die Eingeſchüchterte, die von je gewohnt war, ſich nur als ſeine Magd zu betrachten, zu noch tieferem Stillſchweigen verdammte.

Aber Beatus fühlte an ihrer Sorgfalt, an der ängſt⸗ lichen Achtſamkeit, mit welcher ſie ſein Krankenbett be⸗ wachte, an tauſend kleinen Aufmerkſamkeiten, die nur ſolche liebe Samariterinnen zu geben wiſſen, wie werth er der Geliebten ſein mußte, und Fieberglut und Schmerz konnten ſeiner Seele nicht die ſtillen Freuden rauben, mit denen jede Stunde der thatloſen Woche ihn beſchenkte. Wenn ſie dem Dürſtenden den Trank reichte, und vor⸗ per mit dem zarten Munde koſtete, ob das Getränk nicht zu kühl ſei, ſo war ihm, als ſöge er von dem Rande