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bedrängt ſah, der ſoeben ſeine Eichenkeule nach des Grei⸗ ſes grauem Haupte ſchwang. Ohne an fich zu denken, warf er ſich zwiſchen das ungleiche Paar, und ſein Ru⸗ derſchlag traf lähmend den gehobenen Mörderarm. Da fiel aber von hinten ein Schlag auf ſein Haupt, der ihn ſogleich beſinnungslos niederwarf auf das Heu. Mord! Mord! brüllte der Uhlan, welcher es ſah; keinen Par⸗ don mehr!— und warf den Burſchen, mit dem er rang, zur Bodenthür hinaus in den Hof. Mord! Mord! ſchrie drunten der Knecht im Kahne nach, und als die Räuber die Stimme draußen hörten, mußten ſie einen angekom⸗ menen Succurs der Rächer vermuthen, denn plötzlich von paniſchem Schreck gefaßt, machten ſie ſich los aus dem Kampfe, und wo ſie nur eine Oeffnung im Dache fanden, da ſprangen ſie hinaus und plumpten nieder in das Waſ⸗ ſer. Der umſichtige Knecht unten hatte längſt das bepackte der feindlichen Boote zu dem Kranzer Kahne gezogen, und daran feſt gemacht, das leere hingegen gelöſet und in das Waſſer hinausgeſtoßen. Der Uhlan ſah noch aus der Bodenthür, wie die Fremden gleich ſchlanken Aalen durch die Fluten dem Boote nachſchwammen, das in der Strbmung ſchon vom Hofe trieb, dann ſich hineinſchwan⸗ gen, und als ſie Alle aufgenommen, ſchnell, als hätten ſie Segel vor dem Winde, davon ruderten.— In Da⸗ niels Armen lag Beatus, und der Wachtmeiſter trug ängſtlich Woſſer herzu, den Ohnmächtigen damit zu er⸗ wecken. Es gelang; mit einem tiefen Seufzer ſchlug er die Augen auf, aber zugleich rann das Blut aus der geöffneten Seitenwunde über die Hand des Seemannes, und doppelte die Beſorgniß der Freunde um das Leben des Allergetreueſten. Der alte Wollan ſtieg zu ſeiner Kammer hinab, fand glücklich im Wandſchränkchen Alles,


