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Beatus wurde mitten in der Nacht vom Sturme, der ſein Häuschen ſchüttelte, und vom Gekrach in den Wol⸗ ken geweckt, und ſich ermunternd, vernahm er ein hefti⸗ ges Klopfen an ſeiner Hausthür. Mit gewohnter, ſol⸗ datiſcher Eile ſchlüpfte er in die Kleider, und ſchnell, als riefe die Allarmtrompete gegen Feindesüberfall, war er unten, wo er den Matroſen fand, umringt von einem Häuflein bleicher Bauerburſchen und kreiſchender Weibs⸗ perſonen, die über den Einbruch des jüngſten Tages jam⸗ merten, und händeringend wunderbare Nothgebete in den ſtürmenden Himmel hinauf ſchrieen.
Heraus Kriegsgeſell! rief der Matroſe, Euer gutes Gewiſſen ſchenkte Euch ja einen Seebärenſchlaf, daß Euch Windsbraut und Nothruf nicht erweckten. Meine Pro⸗ phezeiung iſt wahr geworden, und jetzt bedarf es der Leute voll Muth, wie Ihr Einer ſeid, und eiſerner Glied⸗ maßen, wie Ihr ſie habt.— Wo iſt die Noth? wo die Flamme? fragte Beatus beſorgt umherſuchend nach dem Feuerzeichen.— Das Waſſer iſt da! antwortete der See⸗ mann. Die Deiche müſſen mehrfach gebrochen ſein, denn ſchon füllt ſich das untere Dorf mit durchgewaſchenen Flüchtlingen, und Gott weiß, wie weit der Elbgott den kalten Arm noch ausſtreckt, denn durch ſolche Nacht reicht kein Menſchenauge, und wäre es zehn Jahre im Maſt⸗ korbe geübt worden.—
Ein furchtbarer Gedanke fuhr jetzt durch Beatus' Gehirn, und ohne Antwort ftürzte er fort durch das hoch⸗ liegende Dorf, dem Rande des Hügels zu, wo die Thal⸗ fläche begann, in welcher das ihm ſo theure Nienkop mitten drinnen lag. Welch' einen Anblick beleuchtete der eben freier werdende Mond!
In eine große, wildbewegte Waſſerfläche war das


