Teil eines Werkes 
11 (1843)
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auch bleich gewordenen Mann, und mancher Heiraths⸗ antrag ward ihm gemacht, beſonders ſeit er die goldene Guelfenmedaille am blauen Bande im Knopfloche trug. Er aber antwortete immer mit freundlichem Tiefſinne: Er ſei ein Wittwer, und halte auch der Verlorenen den Schwur! und Alle nannten ihn ſeitdem den ſchwermüthi⸗ gen Huſaren, Jedermann that ihm aber Liebes und Gu⸗ tes, da keine Noth in irgend einem Nachbarhauſe erſchien, in welcher er nicht als Tröſter, Helfer oder getreuer Rathgeber auftrat.

Aber böſe Leidenstage trafen ihn noch, und erſchüt⸗ terten die Ruhe, welche er mühſam und mit Aufbietung aller Manneskraft ſich gewonnen hatte, bis zur Ohn⸗ macht und bis zu Knabenthränen. Ein ſolcher Golgatha's⸗ tag war der, an welchem er erfuhr, wie der Peter Buſch die Beta Wallan heimführe als ſeine Ehefrau. Er hörte morgens das Glockengeläute im Kirchdorfe, er ſah in ſeiner Phantafie den Brautgang, und mußte nachher der Erzählung der Feßtlichkeit ſtill halten mit gebrochenem Herzen, da mehrere der Kranzer Einwohner, die hinüber⸗ geladen geweſen, im Abendkreiſe unter der Linde nach gewohnter Weiſe die Gaſterei durchnahmen und beſprachen. Er biß ſeine Lippen, aber die Braut hatte viel geweint in der Kirche und bei dem Schmauſe, das gab ſeinem Grimme und Grame wieder einen Kühlbalſam.

Später hörte er mehrere Male von Kindtaufen auf Wallans Hofe, den der Buſch übernommenzhatte, aber dabei flammte ſein Schmerz ſchon weniger zerſtörend auf, denn das Bild der zarten Mutter mit dem kleinen Engel an der weißen Bruſt trat in ſeine Einſamkeit, und ward ihm zu einer Marien⸗Erſcheinung, die ſeine Heftig⸗ keit weglächelte, ihm freundliche Geſellſchaft leiſtete, Brumenhagen. XI. 31