Teil eines Werkes 
11 (1843)
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freiwillig, nicht im Rauſche, nicht beſchwatzt am Abende vor dem Todestage? fragte der Alte eintönig. Beatus fuhr ſtutzig auf von ſeinem Schemel und ſtellte ſich feſt an den Tiſch.

Wachtmeiſter Wallan, entgegnete er langſam im ſtren⸗ gen Tone des Mißmuthes und mit ſoidatiſcher Würde, nur ein Mann wie Ihr darf ſo fragen, ohne daß mein Sarras dabei in der Scheide klappert vor Begier, ſofort blank gegen zu fragen. Der Wirth in Braine le Comte, der als Zeuge darunter ſteht, lebt noch; ich ſprach ihn auf dem Rückmarſch und er gratulirte mir voreilig zu der Erbſchaft; auch mein Capitain, dem ich am andern Morgen bei dem Ausritt die beſondere Begebenheit er⸗ zählte, kam ſchon zur Reſidenz zurück, ſeine Wunden hei⸗ len zu loſſen; und wenn auch Beides nicht, ſieht denn mein Geſicht aus wie das eines Betrügers und Maro⸗ deurs? Und will ich denn nehmen? Will ich nicht das Meinige zu dem Euren legen, und Beides für Eure Beta erhalten und mehren?

Der Wachtmeiſter zog den Mund in die Höhe, in einer Form, die Hohn, Verachtung oder Zorn ausſpre⸗ chen konnte, und nach einigen undeutlichen Hms! ſtemmte er die geballte Fauſt auf den Eichentiſch und fragte wie im ernſten Sarkasmus: Und Ihr fandet wirklich den armen Konrad todtwund und verblutet am Abende des Schlachttages, und er erzählte Euch den Tod ſeiner Brü⸗ der, und gab Euch ſelbſt den Henkelthaler?—

Wie ſollte es anders ſein? fragte Beatus verwundert zurück. Ich reichte ihm den letzten Trunk, er erzählte, trank und ſtarb. Wäre Hülfe möglich geweſen, auf die⸗ ſem Arm hätte ich den guten Burſchen zurückgetragen, mit dem Leben vertheidigt, ja die Hälſte meiner Jahre für ſeine Rettung hingegeben.—