Teil eines Werkes 
11 (1843)
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Bei dem Worte Erbtheil gedachte Beatus der Ver⸗ mächtnißſchrift, von welcher zu reden ihn bis jetzt ein eigenes Gefühl abgehalten. Er verſank in Gedanken, das Auge auf das rothwangige Mädchen gerichtet, wel⸗ ches ihm gegenüber ſaß. War ſie denn nicht die recht⸗ mäßige Erbin? Sollte er ſie berauben, ſie verdrängen, oder wenigſtens doch ihr den Erbſchatz verringern?— Nein! gelobte er ſich. Nur verbunden mit ihr durch das heilige Band der Ehe wollte er Beſitz nehmen vom Gute der geſallenen Brüder; wo nicht, ſchweigen und weiter ziehen. Das ſchwur er ſich ſelbſt zu in dieſer ſtillen Minute.

Unſer Gaſt iſt müde von der Reiſe, ſprach jetzt Wal⸗ lan. Bringe ihn auf die Kammer der Brüder! Wenn die Ernte vorüber iſt, ziehen wir zuſammen nach dem Grabſteine unter der Eiche bei Waterloo.— Er drückte dem Huſaren die Hand, zündete ſein Nachtlämpchen an und ſtieg eine Treppe hinauf zu ſeinem Schlafgemach, in welchem man ihn noch lange auf⸗ und niederſchreiten hörte. Beta ſetzte eine zweite Lampe vor den Gaſt hin, und ſagte mit einem Anfluge von Schamröthe: der Knecht ſoll Ihn hinauf leuchten, und will Er noch einen Nacht⸗ trunk mitnehmen, ſo ſteht der auch zu Dienſten.—

Mit warmen Blicken ſah Beatus auf ſie, faßte ſie um den ſchlanken Leib, und zog ſie näher zu ſich heran, Fürchteſt Du den Kriegsmann? fragte er ſanft. Glaube mir, Deine unſchuldigen Augen geben mehr Reſpekt als der Stern eines Generals. Scheue mich nicht; ich kann Dir nichts Böſes bringen wollen; aber ſeit ich Dich ſah, iſt mir mein einſames Leben lieber geworden, und es ſpricht zu mir von inwendig heraus, ich würde nicht umſonſt im trägen Invaliden⸗Daſein gähnen, ich würde