Teil eines Werkes 
11 (1843)
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feſt gegürtet, und ihre braunen Strümpfe, aber ſtatt der Jacke mit großen Buckelknöpfen deckte ihn ein blauer, militäriſcher Oberrock, und ſiellte ihn auch dem Aeußern nach eine Stufe höher als ſeine Nachbarn. Schweigend ſaß er, den Rücken an den ſpaltigen Baumſtamm ge⸗ lehnt, deſſen Zweige unbeſchnitten ſich den Wolken zu ausbreiteten, anzuſehen wie mehrere grüne Feenwohnun⸗ gen über einander und den Gipfel des Hauſes umfaßten und überkränzten, das er ſein nannte und unter deſſen freundlichem Dache die Wallans ſchon ſeit hundert Jah⸗ ren gewohnt hatten. Vor ihm vorüber trug der Knecht dem blanken Rindvieh, das in dem offenen Stalle kräf⸗ tig brüllte, grünes Futter in ſchweren Laſten zu; der Alte achtete aber nicht auf den Fleiß des Dienſtboten, ſondern ſein Auge fiel, wenn es einmal geblendet die Sonne mied, zur Seite zu einem niedrig umgatterten Blumengärtchen, wo in geregelten, viereckigen Beeten manche Sommerblume glänzte, und an deſſen Hinter⸗ wand unter einem hohen Hollunderbuſche, von niederem Roſengeſträuch umgeben, drei kleine weiße Gedenkſteine ſchimmerten, auf deren jedem man den Namen Eines ſeiner Söhne, mit deutlicher Schrift ſchwarz gemalt, von ferne erkennen konnte. Stärker dampfte jedes Mal die Tabakspfeife, wenn ſein Blick auf die weißen Steine traf, doch unbeweglich blieben dabei die Geſichtszüge, ſowie die Gliedmaßen des alten Wachtmeiſters.

Der Wollan'ſche Hof war der äußerſte auf der Weſt⸗ ſeite des Dorfes Nienkop. Man hatte von ihm daher nördlich die Ausſicht auf treffliche Ackerflur, auf grüne Hügel mit Dörfern bebauet, hin bis zum Elbufer mit ſeinen hohen Deichwällen; und ſüdlich ſah man über Gemüſegärten, Baumſchulen und Moorplätze durch die