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wenn Euch mein Bote ruft? fragte er nochmals zum Abſchiede.
Ich komme! antwortete der Freiherr langſam aufſte⸗ hend und mit halber Stimme, indem er mühſam und reſpektvoll ſich verbeugte.—
Auf ein heiteres Wiederſehen dann! ſchloß der Fürſt das Geſpräch, und verließ das Gemach, gedrängt durch eine ſeltſame Beklommenheit, welche der neue Paroxis⸗ mus des Kranken plötzlich auf ſeine Bruſt geworfen, die ſonſt gegen Schickſalsgrollen dem Panzerhemde ähnlich war, das ſie zu decken pflegte.
Etwa um eine Stunde ſpäter trat Ewald in das Zimmer der Schloßdame, vertraulich und keck, wie er es ſonſt gewohnt; aber gerade deßhalb erſtarb das Wort, welches ſchon auf ſeinen Lippen geweſen, denn er fand Klotilden nicht allein, ihr Beichtvater, ein Mönch aus Gandersheim, ſaß neben ihr.—
Ein Rechtgläubiger? fragte der Mönch, als Ewald an der Thür weilend den ehrwürdigen Herrn im from⸗ men Reſpekt begrüßte. Wohl der junge Mann aus dem Baierlande, von dem Ihr mir erzähltet?
Ewald bejahete die Frage und wandte ſich alsdann ohne Weiteres zu dem Fräulein, weil er den ſeltſamen Blicken auszuweichen wünſchte, die der Pater faſt un⸗ verſchämt über ſeine Geſtalt hinſtreichen ließ, und die durch die ungeregelte, faſt ſchielende Stellung der Aug⸗ apfel etwas Widerliches und Unangenehmes für den Künſt⸗ ler hatten, dem nur das Schöne lieb geworden.
Verehrte Freundin, ſprach er bewegt, ein ſeltſamer Vorſchlag iſt mir gethan, der keineswess mit meinen
Blumenhagen. XI. 4


