Teil eines Werkes 
11 (1843)
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Ketten eine kugelichte Kryſtalllampe herab, welche mit ihrem trüben Licht die Gegenſtände nur halb erhellte und an den dunkelen Wänden lebensgroße Familienbilder ſichtbar machte; die wehrende Schranke zog ſich durch die Mitte des Zimmers, mit dem runden Tiſche darin, worauf noch das Schachbrett mit umgeworfenen Steinen ſich vorfand. Der Freiherr Dido von Ahſtedt, lang und hager, eine Geſtalt, die mehr dem Geiſterreiche als der Erde anzugehören ſchien, ſtand hinter der Schranke in einen grauen Hausrock gekleidet, das ſchwarze Baret in der Hand. Indem er ſich reſpektvoll etwas neigte, fiel das Licht der Lampe auf das todtenbleiche Antlitz, und ließ die ſcharfen Züge, die große Naſe, die ſpitzen Backenknochen, den vorliegenden Rand der buſchigten Augenbraunen unter der großgewölbten Stirn und über dem runden, großen Auge noch greller vorſpringen. Der Scheitel war faſt kahl, an den Seiten mit langen, ſeiden⸗ weißen Haaren behangen, und der nackte, dünne, faſt fleiſchloſe Hals vollendete ein Bild, welches dem Auge nicht wohlthat, ſondern in Mitleid und Aobſcheu zugleich das Gemüth bewegte, da ein ſolcher abgeernteter Lebens⸗ acker entweder auf großes Lebensleid, oder auf ſündige Lebensvergeudung hinzudeuten pflegt.

Der vorbereitete und durch Beſonnenheit in allen Lebenslagen ausgezeichnete Fürſt verbarg die Bewegung, welche die Veränderung des Langgekannten bei ihm bewirken mußte, und trat mit Gruß und Entſchuldigung an die Schranke.

Verzeiher, Gnaden, erwiderte der Freiherr, ſich noch tiefer beugend, daß man Euch in ein Krankenzimmer geführt, doch Eure Huld verzieh ja immer gern, was aus menſchlicher Gebrechlichkeit geſchah, und Euer freier,