Teil eines Werkes 
11 (1843)
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Wohlthäters ſich auflehnt. Als Du geboren wurdeſt, Ewald, war ich ſchon eine Jungfrau. Wenn Du da⸗ ſtehen wirſt als ein vollendeter, kräftiger Mann, werde ich eine Greiſin ſein. Hieße es nicht ſpotten der Natur, wenn die dem jugendlichen Leichtſinn längſt Entronnene in Selbſttäuſchung und Eigenliebe Deine Thorheit nutzte, und Dich ſpäter Reue, ſich Deiner und der Selbſtver⸗ achtung preis gäbe?

Ewald ſchlang kühn ſeinen Arm um die Aufgeregte und preßte ſie an ſich.— Nein, Klotilde, Du entrinneſt mir nicht mehr, rief er in glühender Entſchloſſenheit, mein ganzes Daſein hängt an dieſer Minute; Deine Liebe ſprachſt Du aus, wollteſt Du ſie auch hinter die alten Papyrusrollen der Lebensweisheit verſtecken, wie das kindliche Mädchen ihr ſehnend Liebesauge in die Falten des Schleiers, der, nicht dicht genug, die feurigen Pfeile durchläßt, die ſie auf den heimlich Geliebten ſendet. Höre meinen Schwur! Nimmer laſſe ich von Dir, und wenn alle Schrecken der Erde und des Himmels ſich zwiſchen uns drängten! Stoß mich von Dir, verwünſche mich, ich bleibe Dein Schatten! Laß mich vor das Thor dieſes Stein⸗ hauſes werfen, ich ſterbe wie des Kriegers treuer Hund auf dem Grabſteine meiner Liebe! Das ſteht feſt in mir wie Glaube und Gott.—

Heftiger noch als er, machte ſich das Fräulein aus ſeinen Armen los, und mit todesbleichem Geſicht, doch in der feſten Würde ihrer herrlichen Geſtalt, ſtand ſie ihm gegenüber, ſo daß er erſchrocken vor dem Zornes⸗ bild wie in Eis getaucht verſtummte, und Froſtesſchauer ſeine erhitzten Glieder durchrann.

Mann, zu dem mich ein wunderbarer Zauber zog, ſagte ſie langſam und halblaut, dem ich vor allen Weſen,