Teil eines Werkes 
11 (1843)
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ſtand im Hauskleide vor ihm. Seinetwegen hatte ſie ihren Schlaf unterbrochen; dieſer Gedanke trieb alles Blut in ſein Geſicht, und nach ihr die Hand ausſtreckend, rief er mit unverhaltener Freude: Leuchtet Luna bei Nacht und bei Tage zugleich, und verließ ſie ihr weißes Wellenbett um mich, und opferte mir die ſüße Er⸗ quickung?—

Das bleiche Geſicht Klotildens bedeckte ſich mit einem leichten Roth wie mit dem Wiederſcheine von ſeiner glühenden Wange, und ſie fragte zurück: So wißt Ihr um meine Nachtwache?—

Mein alter Krankenwärter wußte, daß er mir die leeren Stunden mit nichts Angenehmern füllen konnte. Nepomuk erklärte mir die Zauder dieſes Schloſſes, das mir ſonſt nur ein Räthſel barg und jetzt eine ganze My⸗ ſterie enthält, gleich den Burgen des Tempelordens auf Cy⸗ pern.— Er erzählte ſo viel er gewußt, verſetzte Klotilde ſcharf betonend, und er erſparte mir dadurch die Vorrede zu dem, was, wie ich ahne, des Freundes Ungeſtüm baldigſt mir entreißen wird.— Und neu und höher erröthete ſie, ſo wie am bewölkten Oſthimmel zu⸗ weilen zwei Morgenröthen ſich über einander legen und die ſpätere die erſte beſchämt an Glanz und Farbenfriſche. Ihr Auge hatte ſich zu dem Blilde erhoben, welches die Wand ſchmückte, und Ewalds Blick folgte dem ihrigen und feſter drückte er die ergriffene Hand.—

Erkennet Ihr, wie ich liebe? Und erkennet Ihr zu⸗ gleich wie unauslöſchlich Eure Gewalt iſt, wo ſie Beſitz nahm? ſprach er mit Gefühl und leichtem Stolze zu⸗ gleich.—

Ihr ſeid ein Meiſter⸗Künſtler! entgegnete Klotilde mit Freundlichkeit. Aber was wollet Ihr hier in den