Teil eines Werkes 
11 (1843)
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vüſtern Bergen mit ſolcher Meiſterſchaft, die in das Licht und in die Welt gehört? O müßte ich glauben, ich ſei Schuld daran, ich würde in die fernſte Kloſterklauſe flüchten, um ſolche Sünden an Euch und der Kunſt fer⸗ nerhin nicht auf mich zu laden.—

Faſt beleidigt ſchoß der Maler einen brennenden Blick auf ſie. Aber ſogleich wieder mild geworden durch die Macht ihres Anblicks führte er ſie näher zu der Wand. Laſſet dieſes mein Werk ſprechen für mich, ſagte er mit Künſtlerwärme. Es wird ein Anwalt ſein, deſſen Wider⸗ legung Euch und Euren weiblichen Eigenſinn beſchämt. Ihr habt meine früheren Arbeiten geſehen; waren ſie nicht ſteif, hölzern, als hätte Dürers und Kranachs Schule ſie geboren? Schauet da hinauf, und genießt das Hoch⸗ gefühl im Wiederſcheine Eures Spiegelbildes, ein Talent belebt zu haben, welches ſich ohne Scham zeigen darf im Kreiſe der Zeitgenoſſen. O Klotilde, nur in Eurer Nähe konnte ich ein Künſtler werden, nur im Sonnen⸗ lichte Eurer Liebe werde ich ein Künſtler bleiben, und verdeckt Ihr dieſes Licht in ſophiſtiſcher Kälte, mit wel⸗ cher Euer Verſtand das Herz beſiegen möchte, ſo habt Ihr mich getödtet, denn ich würde meine Hand und je⸗ den Pinſelſtrich verfluchen, den ſie ohne die Gunſt mei⸗ ner Muße zu verſuchen wagte. Und ſpricht dieſes Bild denn nicht auch für meine Liebe zu Euch? Wer in der Selbſtverbannung, die ſeinen Gehorſam kündete, wer nach jähriger Trennung alſo jede Linie wieder zu geben vermochte, die der verborgenen Seele Walten den Wan⸗ gen und dem Munde und der Stirne eindrückte, hat der nicht wahrhaft geliebt, und darf man nicht deſſen Liebe rein und unvertilgbar glauben?— O Klotildis! Eure Augen glänzen in der Verklärung des Bewußtſeins, über