Teil eines Werkes 
11 (1843)
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tildens Stimme bot ihm den Morgengruß, und ſie ſelbſt

lange noch die Gänge des Gartens durchſtrich, ehe er an die wirthliche Einladung des Kaſtellans ſich erinnerte.

Die Plauderei des ehrlichen Schloßwächters wirkte auf zwiefache und ſcharf contraſtirende Weiſe in Ewald's Gemüthe nach. Dieſe Heimlichkeiten bei einem Weibe, das ihm dicht neben den heiligen Frauen der Kirche ge⸗ ſtanden, deren Aeußeres ſo rein und fleckenlos erſchien, die ein Muſterbild von Zucht und Zartheit in Wort und Thun, wundeten ſein Herz und bewölkten ſeine Lieblings⸗ träume. Ohne ſich den Grund davon ſagen zu können, keimte ein Haß gegen den halbverrückten Freiherrn in ihm auf, obgleich er ihn nie geſehen und ihn doch als Klotildens Wohlthäter betrachten mußte. Dagegen that ihm die Sicherheit wohl, mit der Nepomuk von des Fräuleins Vorliebe für ihn geſprochen, und über dieſen Balſam vergaß er die Wunde. Mit jugendlicher Leicht⸗ fertigkeit verſcheuchte er die böſen Geiſter aus ſeiner Phantaſie, und überließ ſich dem lächelnden Bilde ſeiner Dame gegenüber allen jenen überſchwänglichen Träume⸗ reien, die in der Seele eines Jünglings reich aufzu⸗ ſchießen pflegen im Sonnenlicht ſeiner erſten Liebe und mit denen er ſich auf ſeiner weiten Reiſe iede Stunde beſchäftigt hatte. Er kramte zugleich ſein Malergeräth

aus, und bedeckte die Tiſche mit den bunten Bilderchen, die er in Italien und im Schweizerlande als Studien

entworfen, und wählte und wählte, welcher dieſer lieb⸗

lichen Skizzen er jetzt den Vorzug geben möchte, um durch ihre Bearbeitung den langen Vormittag hinab

zu jagen. Da öffnete ſich ihm im Rücken die Thür und Klo⸗