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und das Fräulein und die Magd verſchloſſen ſich, bis die Gäſte abgezogen. Nur mit Euch ward eine ſeltene Ausnahme gemacht, und wäret Ihr nicht ohnmächtig geworden, und wäret nicht gleich einem Sterbenden auf unſere Pilgerbank hingeſunken, Ihr hättet ſicher auch unſer Burgfräulein nie zu ſehen bekommen. Der einzige Beſuch, den ſie empfing, war der Zuſpruch ihres Beicht⸗ vaters, des graubärtigen Franziskaners aus Ganders⸗ heim, und ſelbſt an hohen Feſttagen fuhr ſie nicht zum Dom in die Biſchofsſtadt, ſondern dicht vermummt wie die älteſte Matrone in das Kloſter zu Gandersheim, dort mit der chriſtlichen Gemeinde die hohe Feier zu theilen.—
Sonderbar, höchſt ſonderbar! murmelte der Maler. Und wie änderte ſich dieſes unnatürliche Stillleben ſeit meiner Abreiſe?—
Merkwürdiger als alles Uebrige blieb dieſe neue Wirthſchaft, die Euch ſo in Verwunderung geſetzt, ant⸗ wortete der Graukopf. Wir waren den täglichen Schlen⸗ drian ſo gewohnt worden wie den warmen Alltagsrock; die edle Frau hatte den Gram verſchmerzt, der ſie ge⸗ drückt, beſonders ſeitdem Ihr eingekehrt, und ſo drei Monate lang uns Veränderung und Neuigkeit erſchaffen. Da kam ein Reitender und brachte wichtige Botſchaft von dem Freiherrn, die uns Alle in Beſtürzung verſetzte. Die hohe Freifrau war geſtorben, alle drei Junker hatte der Tod ihr nachgeholt. Der Eine war im Krieg er⸗ ſchoſſen, der Zweite im Fluß ertrunken, der Dritte auf der Jagd beim Saufang verunglückt. Der Herr ſelbſt hatte Verbindungen mit den lutheriſchen Nachbarn an⸗ geſponnen, man hatte ihn des Verraths und heimlicher Verſtändniſſe mit den Ketzergeneralen beſchuldigt, ſo


