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vie Hand bot und dann mir ein Brieflein reichte mit des Herrn Siegel und Unterſchrift, woraus ſie mir vorlas, daß ſie mit des Herrn Wiſſen angekommen, und nach ſeinem Willen als Beſitzerin und Frau des Schloſſes bei mir leben ſollte.—
Und vertraute ſie Euch nicht, wo ſie in den vier Jah⸗ ren gelebt?— Und beſuchte Euch ſeitdem der Freiherr nicht oft und auf lange? fragte Ewald erhitzt und mit glühenden Blicken.—
Sie erzählte nichts, antwortete Nepomuk ruhig, und wer hätte ihr gegenüber den Reſpekt, den ihr ganzes Weſen einflößt, ſo vergeſſen können, daß er gefragt, was ihr vielleicht nicht recht geweſen. Aber der Herr kam in den zwanzig Jahren, welche die arme Dame hier ge⸗ lebt, kaum zehn Male in die Berge und auf die Burg, und ließ er ſich ſehen, ſo war's bei der Jagd auf einige Stunden, und das Geſpräch zwiſchen ihm und dem Fräu⸗ lein, die ſich vom Geſinde jedoch ſtets Frau nennen ließ, war einſilbig und ohne Freundlichkeit.—
Und wie lebte ſie ſonſt? Hatte ſie Beſuch von Freun⸗ den? fragte Ewald mit Haſt weiter.—
Wie eine Wittwe, oder mehr noch wie eine büßende Nonne, entgegnete der Alte. Eingezogen, traurig und ſtill wohnte ſie in dem Kloſet, was ſie ſich gewählt. Sie trieb die Hauswirthſchaft getreu und fleißig, führte die Rechnung über Zehnten, Holzſchlag und Wieſener⸗ trag, beſtellte den Garten und zog das Federvieh auf. Beſuch ward nicht zugelaſſen, und zeigte ſich ein frem⸗ des Geſicht am Thore, oder verlangte einmal ein ſtrei⸗ fendes Reiterpiket ein Veſperbrod, ſo durfte gar nicht erwähnt werden, daß Frauenvolk im Schloſſe wohne,
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