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und der Krieg ſelbſt all ihre Habe in Mordbrand und Raub verſchlungen hatte. Der Freiherr war damals vermählt mit einer hochherzigen Dame aus edlem Ge⸗ ſchlecht, die, obgleich ſie gar heftigen und herriſchen Sin⸗ nes war, doch von uns Allen ſehr geachtet wurde, denn ſie ſtand hoch in Tugend und Ehrſamkeit, und führte das Hausregiment gerecht und wohlthätig. Der Freiherr be⸗ kleidete einen wichtigen Staatspoſten, lebte in der Bi⸗ ſchofsſtadt in einem herrlichen Palaſte, und war bekannt und beliebt an den Höfen zu Wolfenbüttel und Hanno⸗ ver, wohin ſein Amt ihn oftmals verſetzte. Die kleine Kloülde,— ſie glich als Kind einem Engelein, wie ſie in der Lirche gemalt ſind bei der Himmelfahrt des Herrn— die Kleine ward gar bald der Liebling beider Herrſchaf⸗ ten, öbgleich ſie ſelbſt ſich dreier jungen Eheſproſſen er⸗ freuten Aus dem Kinde ward früh ſchon eine ſtattliche Jungfrau, und ehe ſie noch das fünfzehnte Jahr erreicht hatte, ſharwenzelten die Edeljunker der Gegend ſchon um die ſchlauke Lilienblume, die jedoch ſich niemals aus der⸗ gleichen Rarretheiding etwas zu machen ſchien. Der gnädige Freiherr wurde damals vom hochwürdigen Bi⸗ ſchofe als Botſchafter zu dem Kaiſer geſandt und nahm die Edelfrau und ſein NRichtchen mit, ihnen die Herrlich⸗ keiten der Kaiſerſtadt zu zeigen. Nach ſechs Monden ka⸗ men die Herrſchaften zurück, aber ohne Fräulein Klotilde, unh unſere Freifrau erzählte den Bekannten, die ſchöne, fürfzehnjährige Jungfrau habe eine kinderloſe Verwandte, die ſie unterwegs getroffen, ſo für ſich eingenommen, daß diee darauf beſtanden, ſie mit in das Baierland zu neh⸗ mei, und vort, wo ſie heimiſch, als ihr leibliches Kind zu halten. Die Dienerſchaft, welche die Reiſe mitge⸗ mact, munkelte jedoch verſtohlen, das liebe Kind ſei auf


