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Bericht, daß man mich zum Kriegerſtande beſtimmt hatie, obgleich ich von früh an in allen ſchönen Künſten Unterricht genoſſen und beſonders für die Malerkunſt Talent gezeigt, daß ich, eine Waiſe geworden, den ſtren⸗ gen Vormündern als ein ſechzehnjähriger Bube ent⸗ wich, in Nürnberg mich dem Studium der Lieblings⸗ kunſt widmete, daß mich der unwiderſtehliche Trieb, das nordiſche Weltmeer zu ſehen, in dieſe Lande zog, wo auf der Heimkehr mich das Fieber an Eurer Schwelle niederwarf. Klotilde, Euer Wille jagte mich dann in die ſogenannte Heimath der Kunſt. Aber glaubt mir, die ächte Kunſt hat nur eine Heimath, das Menſchen⸗ herz. Herrliche Muſter ſah ich dort, ader mir blieb die Gewißheit, ich wäre auch hier bei Euch ein Künſtler geworden, und vielleicht ein beſſerer, kein Schüler, kein Nachahmer, ſondern ein Selbſtſtändiger und ein Selbſt⸗ ſchöpfer. Daß ich fühlte, die Orginalität ſei mir ver⸗ loren gegangen vor den Meiſterwerken jener Heroen der Schulen zu Florenz und Rom, das trieb mich fort aus jenen Tempeln der Unſterblichkeit, und geſtattet Ihr mir nicht, mich und meine eigene Natur wiederzufinden bei Euch, ſo pilgere ich nach den Niederlanden zum Van⸗ dyk und Rembrand, um dort das Ideal zu vergeſſen in der wahrhaften Natur, die mehr zum Menſchen ſricht,
und dem Künſtler und dem Beſchauer. nu thut, weil
ſie erreichbar iſt.—
Und Euer Herz, Ewald? fragte die Frun mit ſchar⸗ fem Tone. Fandet Ihr kein Modell in den Landen der Schönheit, bei dem Eure Hand zitterte, als ſie den Pinſel nahm?—
Dunkele Röthe flog über des Mannes gebräunte Wangen.*


