Teil eines Werkes 
11 (1843)
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nach den Farben des Schmetterlings griff und die ſchö⸗ nen Flügel zerſtörte. O Ewald, ſehet nicht ſo finſter zu mir herüber! Warum ſollte ich's nicht geſtehen, daß auch Ihr mir ſehr werth geworden, und daß ich Eure Abweſenheit tief und ſchmerzlich empfunden. Einſam hingebannt in dieſe wilde Gegend, trugt Ihr ein neues Licht in meine Kloſterzelle, bezwangt den Zauber, der meine ganze Umgegend in Stein verwandelt hatte. Euer Umgang war mir unentbehrlich geworden; o meſſet da⸗ nach, wie weh Ihr mir gethan haben mußtet, daß ich Euch zur Trennung zwang. Aber ich hatte Euch nur die Freun⸗ din geſchenkt; das Geſchenk war dem Ungenügſamen nicht reich genug, und da Ihr nur das Weib in der Freundin ſahet, mußte ich den Riß durch unſer Paradies thun, und hätte ich das eigene Herz damit zerreißen müſſen. Ewald fuhr vom Seſſel auf und eine warme Er⸗ widerung ſchwebte auf ſeinen Lippen. Mit der weißen Hand drückte ſie ihn in den Seſſel zurück und bewegte zugleich mit der Linken die Silberſchelle auf dem Tiſche. Keine Antwort, mein Freund! ſagte ſie. Die erſte Stunde des Wiederſehens taugt nicht zu ſolchen Erörterungen, die zu leicht ihre Sonnenblicke trüͤben und mit düßtern Wolken ſchwärzen, ja zuweilen unlöſchbare Sonnenflecke erſchäffen. Wir werden dazu eine beſſere Zeit finden.

Erzählt mir lieber, was Euch zum zweiten Male zum

Norden tried*

Faſt beleidigt drängte der junge Mann all ſein Em⸗ pfinden in ſein Innerſtes zurück, und das Auge zum Eſtrich geſenkt, ſtattete er Bericht ab von ſeinen Reiſen, von ſeinen Kunftfortſchritten, von den italiſchen Meiſtern,

in deren Werkſtätten er gearbeitet. Schon vordem habe

ich Euch erzählt, edle Frau, ſchloß er ſtinen troſtenen

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